Ausstellungen: Köln , 1987

Friedemann Malsch

Martin Kippenberger – „Peter“

Galerie Max Hetzler, Köln,
4.6.-4. 7.1987

Quantitative Selbstbeschränkung in der Präsentation zum Zwecke gleichermaßen forcierten Absatzes an Produkten – ein Geschäftsmechanismus des Erfolgs im Kunstmarkt der 80er Jahre.

Dem die Ausstellung von MARTIN KIPPENBERGER betretenden Besucher jedoch eröffnet sich der Ausstellungsraum der Galerie nicht in der gewohnt großzügigen Weise einer weiten Raumflucht mit mäßiger Bestückung. Der Raum ist brechend voll. Er ist in sein Gegenteil verkehrt, denn 90% der vorhandenen Grundfläche sind vollgestellt mit Objekten, Skulpturen, Installationen. Auf den verbleibenden 10% muß sich der Besucher mühsam zwischen den Arbeiten hindurchzwängen, um das Büro der Galerie zu erreichen.

Die weite Halle, üblicherweise groß genug, um ein zahlreiches sich zur aktuellen Szene rechnendes Vernissagen-Publikum problemlos aufzunehmen, ohne Beschädigungen der zwei Handvoll ausgestellten Künstlerarbeiten zu riskieren – diese weite Halle bietet jetzt gerade noch ca. 20 Menschen Platz im Inneren der Galerie. Schließlich wird dem Betrachterblick kein kontemplatives Schauen ermöglicht. Weder eine ausführliche Beschäftigung mit einem Einzelwerk noch eine Zusammenschau mehrerer Teile ist möglich. Das chaotische »Durcheinander« der (so scheint es) wahllos in den Raum gestellten Arbeiten erlaubt nur den vom Zufall geleiteten Blick des Voyeurs:
pickt man sich eine einzelne Arbeit heraus, gleitet der Blick gleich weiter zur nächsten Arbeit, verführt von ihrer Nähe und ihrer eigenartigen Gestalt.

Gleich eingangs ein riesiger dreiteiliger Paravant aus neongrün gestrichenen Spanplatten. Darauf montiert schmale hochrechteckige Spiegel, die oben in einem Spitzgiebel auslaufen. Sie sind auf verchromte Handtuchstangen montiert, so daß sich der optische Effekt eines Schlittens oder Dachgepäckträgers ergibt. Die vage Symbolik der Arbeit wird…

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