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Ausstellungen: Aachen · von Frank Frangenberg · S. 335 - 334
Ausstellungen: Aachen , 2002

FRANK FRANGENBERG
Morgan Fisher

„To See Seeing“
Neuer Aachener Kunstverein, 22.9. – 17.11.2002

Es kommt jemand, uns das Sehen zu lehren. Das nimmt man gerne an, vor allem bei einem Gentleman wie Morgan Fisher. Er wird das wörtlich meinen, jemand wie er trägt nicht dick auf. Morgan Fisher ist 1942 in der Kapitale Amerikas, in Washington geboren, er lebt in Los Angeles. Die künstlerische Biografie von Morgan Fisher hat ihren Anfang in der Filmwelt. Nach dem er als Cutter in Hollywood gearbeitet hatte, begann er Ende der sechziger Jahre experimentelle Filme im 16mm-Format zu drehen. In seiner bekanntesten Arbeit, dem 35minütigen Film „Standard Gauge“ von 1984, geht es ganz buchstäblich um die Produktionsprozesse, -formate und Standards von Film und damit um die Struktur des Mediums als Hintergrund filmischer Illusion.

Einen strukturalistischen Filmemacher hätte man Morgan Fisher früher genannt. Obwohl im Neuen Aachener Kunstverein nun vor allem Leinwände und Zeichnungen von Morgan Fisher ausgestellt sind, neben einem Kino in dem unter anderem auch „Standard Gauge“ läuft, hat sich im Grunde nichts geändert. In seinem Bemühen etwas von dem zu zeigen, was an seinem Anfang einmal das Interesse für Film war, haben sich die Objekte meilenweit vom Film entfernt, auf eine grundsätzliche Weise sind sie immer noch mit ihm verbunden.

Das ist Konzeptkunst. Das könnte trocken sein. Ist es nicht? Warum denn nicht? Weil diese Form, dieser Stil nie absolut auftritt, vielmehr die Ernsthaftigkeit seines Tuns hinter einer leichten Geste verbirgt, die um die Eingeschränktheit menschlicher Wahrnehmung weiß und ihr genau an dieser Stelle poetische Züge…



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von Frank Frangenberg

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