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Magazin: Museen & Institutionen · von Norbert Messler · S. 416 - 417
Magazin: Museen & Institutionen , 1992

Norbert Messler
Musée d’art Contemporain de Montréal

Tableau Inaugural“ und „Pour La Suite du Monde“: Mit zwei Ausstellungen gleichzeitig und mit glanzvollem Aufzug generell wurde Ende Mai der Neubau des „Musée d’Art Contemporain de Montréal“ im kanadischen Quebec eröffnet. Der Neubau, entworfen von dem kanadischen Architektenteam Jodoin, Lamarre, Pratte & Associates, befindet sich inmitten der Downtown Montréals, genaugenommen an einem neuralgischen Ort. Denn was Montréals Kunst-, Theater- und Musikszene angeht, so steht die „Place des Arts“, die Adresse des neuen Museums, für spektakulären städtebaulichen Ehrgeiz wie ebenso für nachhaltig ausgeprägtes Nationalbewußtsein; die zeitgenössische Kunst dient beidem als willkommenes Vehikel zur Umsetzung werbewirksamer Ziele.

Zum einen garantiert das Museum äußerlich mit seiner formalen Gelassenheit, mit seinem gemäßigten Hang zum Monumentalen und seinem reduzierten, wenngleich effektsicheren Materialwechsel von Gußbeton nach Kupfer das, was man langläufig Urbanitätszuwachs nennt. Zum anderen wird durch die jetzt hier angesiedelte Institution der bereits begonnene Dialog der Künste – Theater und Konzertsäle gibt es an dieser Stelle seit den 60er Jahren – sichtbar komplementiert. So zumindest sehen es Montréals Stadtväter, die der zeitgenössischen Kunst aus dem Blickwinkel kultureller und nationaler Selbstdarstellung – nicht erst seit heute – einen hohen Stellenwert einräumen.

Leider war das Museum seit seiner Gründung im Jahre 1964 durch die Regierung der Provinz Quebec dreimal dazu gezwungen, seinen Standort zu wechseln. Seinem Auftrag indes, die aktuelle Kunstproduktion der größten kanadischen Provinz zu aktivieren, öffentlich zugänglich zu machen und zu bewahren, kam es sehr wohl und gründlich nach: Überzeugend ist daher die Sammlung mit ihren über 3 300 Werken….


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