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Ausstellungen: Hamburg · von Hajo Schiff · S. 282 - 284
Ausstellungen: Hamburg , 2008

Hajo Schiff
Paul Thek – Werkschau im Kontext zeitgenössischer Kunst

Sammlung Falckenberg, Hamburg, 31.05.08 – 14.09.08

Er sagt, er habe hat eine Vorliebe für das Anarchische. Doch die dritte bauliche Hülle für Harald Falckenbergs Sammlung strahlt in reinstem Weiß. Erst auf den zweiten Blick offenbaren Treppenkaskaden und Raumverschachtelungen etwas Piranesihaftes. Aber es ist einleuchtend: Eine derart umfangreiche Sammlung braucht sowohl Ordnung wie ganz unterschiedliche Wandhöhen und Raumzuschnitte zu Präsentation und Lagerung. Nach der Ende Mai eingeweihten Erweiterung um zwei Stockwerke und einen Nebenbau, wie die vorige Fassung in Harburg vom Architekten Roger Bundschuh geplant, stehen über 6.200 Quadratmeter zur Verfügung. Deutschlands nunmehr größtes Privatmuseum wird nicht nur für die Sammlung allein genutzt, seit langem stellt Harald Falckenberg die selbst erworbene Kunst immer wieder in den Kontext von Ausstellungen. Die haben zwei Schwerpunkte: Kooperationen mit anderen Sammlern wie Ingvield Goetz oder F. C. Gundlach und Retrospektiven von exemplarischen Außenseitern.

Mit einer Außenseiterpräsentation wird auch der jetzige Neuaufbau eingeweiht: Alles steht in Beziehung zu Paul Thek oder wird assoziativ mit dessen Werk verbunden. Rund 350 Arbeiten des 1988 gestorbenen, in der Öffentlichkeit weitgehend vergessenen amerikanischen Künstlers wurden versammelt, ein in Menge und Anspruch museales Unternehmen, das es ermöglicht, alle Phasen dieses vielfältigen, aber inkonsistenten Werkes zu erfahren. Doch Harald Falckenberg muss keinen Bildungsauftrag erfüllen, er kann es sich leisten, mit persönlicher Begeisterung einen Künstler wieder zu entdecken. Ihm sind subjektive Bezüge wichtig: Der Sammler spürt nicht nur den Reverenzen der Künstler untereinander nach – so hatten Mike Kelley und Paul McCarty immer wieder auf Paul…


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