Ausstellungen: Berlin , 2008

Thomas Wulffen

Frank Nitsche

Drops

Galerie Max Hetzler, 2.5.2008 bis 14.6.2008

Wer über eine Ausstellung von Frank Nitsche schreiben will, begibt sich auf dünnes Eis. Wenn er das vermeiden will, dann muss das Werk außerhalb seiner eigenen Kontexte und vor allem außerhalb der fremden Kontexte gesehen werden. Die eigenen Kontexte sind jenes des spezifischen Gemäldes, dessen Anschlussmöglichkeiten an die Historie und Gegenwart zeitgenössischer Kunst. Und für diese gibt es schließlich auch eine Vergangenheit. Das man sich auf diese Vergangenheit beziehen muss, liegt am Topos der Malerei von Frank Nitsche. Sie ist in spezifischer Weise mit der abstrakten Kunst verbunden. Abstrakte Kunst bildet in einem oberflächlichen Verständnis nicht etwas ab, sondern konstruiert eine eigene Welt. Eine derartige Beschreibung mag ihre Berechtigung zu Zeit der klassischen Avantgarde gehabt habe. Heute kann sie nicht mehr gelten. Zum einen ist die abstrakte Kunst als ein spezifisches Formeninventar gegenwärtig und als solches kann sie durchaus abgebildet werden. Wer heute abstrakt malt, ist entweder ein verkappter Naiver oder er weiß, was er tut und womit er es zu tun hat.

Denn die zeitgenössische abstrakte Kunst findet sich heute in der Werbung, im Graphik Design oder Corporate Design. Das sind dann fremde Kontexte. Im buchstäblichen Sinne mögen zeitgenössische abstrakte Gemälde für die Inneneinrichtung für die Büroräume der höher gestellten Angestellten durchaus angeraten sein. Und das ist schon ein irritierendes Moment in der Ausstellung von Frank Nitsche bei der Galerie Max Hetzler gewesen. Habe ich da die Zahl von 35.000 vernommen? Oder habe ich mich verhört? …

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von Thomas Wulffen

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