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Nachrichtenforum: Personalien · S. 24 - 27
Nachrichtenforum: Personalien , 2006

Hermann Nitsch, Mitbegründer des Wiener Aktionismus, hat bis zum 22. Januar 2007 eine Retrospektive in der Berliner Nationalgalerie. Es ist die erste Retrospektive des österreichischen Künstlers in Deutschland. Zu sehen sind u.a. bislang selten gezeigte Arbeiten aus den sechziger Jahren.

Bernd Lepouse, Aachener Maler, obsiegte in zweiter Instanz vor dem Kölner Oberlandesgericht in Sachen Persönlichkeitsrecht. Nach dem Aufstieg des Fußballclubs Alemannia Aachen in die 1. Bundesliga hatte Lepouse die Siegesfeier im Bild malerisch festgehalten. Den Alemannia-Präsidenten Horst Heinrichs porträtierte er dabei Bier trinkend und rauchend. Heinrichs fühlte sich dadurch verunglimpft – er rauche und trinke seit Jahren nicht mehr. Lepouse berief sich hingegen auf seine künstlerische Freiheit. Nachdem er bereits in der ersten Instanz Recht bekommen hatte, zog der Anwalt des Fußballclubs schließlich am Ende der zweiten Verhandlung die Berufung zurück. Trotz seines juristischen Sieges verzichtete der Maler allerdings darauf, in einer neuen Variante des Motivs den abstinenten Präsidenten nochmals im Bild zu verewigen.

Robert Fleck ist österreichischer Kommissar für die Biennale in Venedig 2007. Er wählte den Künstler Herbert Brandl aus. Dieser bespielt den österreichischen Pavillon mit einer Einzelausstellung.

Sandro Antal, Düsseldorfer Bildhauer, wurde durch eine Benzinverpuffung in seinem Atelier lebensgefährlich verletzt. Um seine Familie zu unterstützen, wurden im Künstlerverein Malkasten hundert gestiftete Kunstwerke versteigert. Eine andere Benefizaktion wird um die Weihnachtszeit zugunsten der Familie des Düsseldorfer Malers Pino Alessio durchgeführt, der im November 2006 im Alter von 52 Jahren an einem Herzinfarkt verstorben war.

Stephen A. Wynn, Casino- und Hotelbesitzer in Las Vegas und Milliardär, brachte sich durch eigene Unachtsamkeit um einen Rekorderlös. Wynn wollte ein Picasso-Gemälde für 139 Mill. Dollar an einen befreundeten Investor verkaufen: Das Bild wäre dann das teuerste Kunstwerk der Welt gewesen. Doch bei der Abschiedsparty vor der Übergabe stieß der heftig gestikulierende Wynn versehentlich an das Gemälde und fügte mit dem Ellbogen der Leinwand ein Loch zu. Der Deal war daraufhin natürlich vorerst geplatzt. Ob das Werk nach der Restaurierung an Wert verliert, ist derzeit noch nicht abzusehen.

Bernd Georg?Milla ist neuer künstlerischer Leiter und Geschäftsführer der Künstlerhäuser Worpswede. Seine Vorgängerin Anne Frechen leitet jetzt das Künstlerhaus Schloss Wiepersdorf in Brandenburg.

Dr. Vanessa Joan Müller ist neue Direktorin des Kunstvereins für die Rheinlande und Westfalen in Düsseldorf. Da der Kunstverein im Gebäude der Kunsthalle residiert, gehört sie auch zum Geschäfts­führungs-Team der Kunsthalle.

Christoph Tannert ist einstimmig für weitere fünf Jahre in seinem Amt als Geschäftsführer des Künstlerhauses Bethanien Berlin bestätigt worden. Seit 1991 ist Tannert dort Projektleiter Bildende Kunst und seit 2000 außerdem Geschäftsführer.

Klaus Biesenbach leitet im Museum of Modern Art (MoMA) die neu eingerichtete Abteilung „Medien“. Bislang war dieser Bereich Teil des Departments „Film und Medien“. Die neue Abteilung soll fortan die zeitgenössische Medienkunst durch Ausstellungen, Installationen und Präsentationen präsentieren.

Joachim Lothar Gartner ist neuer Präsident des Wiener Künstlerhauses. Gartner ist seit 1990 Mitglied des Vereins und seit 2004 Vizepräsident gewesen.

Bazon Brock unternahm im vergangenen Sommer aus Anlass seines 70. Geburtstages „Lustmärsche“ durch verschiedene deutsche Museen. Motto: „Vom Sorgenkind zum Wundergreis“. Im September 2006 gastierte er in Leipzigs Museum der Bildenden Künste. Auch dort sammelte er „Grabbeigaben“ für seine Generation und bot „Führungen durch das Theoriegelände der Ästhetik“ an. Jede Präsentation seiner musealen Lustreise bestand aus elf Topologien, mit denen sich der Wuppertaler Ästhetikprofessor in den vergangenen fünfzig Jahren spartenübergreifend in Kunst, Literatur, Theater und Fernsehen beschäftigt hatte. In Leipzig widmete Brock sich vor allem dem Thema „Pathosinstitut AZ – Opferolympiaden“, das sich mit lokalen Pathosträgern wie dem Völkerschlachtdenkmal und dem Mythos der Heldenstadt in der „Wende“ 1989 auseinandersetzte.

Jacobus Kloppenburg, Amsterdamer Künstler, hat der Sammlung auf Schloss Moyland eine großformatige Arbeit in Mischtechnik auf Holz („Ohne Titel“, 1972) sowie eine Reihe Skizzen geschenkt. Das Werk hängt jetzt im neuen Konferenzraum des Museums Schloss Moyland.

Adam Szymczyk, Direktor der Kunsthalle Basel, ist zum Kurator der „5. berlin biennale für zeitgenössische kunst“ ernannt worden. Die Veranstaltung findet 2008 statt.

Malte Lück, Kölner Künstler, schuf für das Museum Henrichshütte Hattingen einen temporären „Raum ohne Geld“ und folgte dabei einer bizarren Logik. Wer als Museumsbesucher die Installation betreten wollte, musste vorher sämtliche Wertgegenstände ablegen. Dabei demonstrierte Lück in einer Performance ein recht rigoroses Verständnis von materiellen Werten: Denn auch völlig unbekleidet betrat er den Raum nicht, da nämlich seine Zahnfüllungen einen Geldwert bedeuteten und er somit seinen geldfreien Raum entweiht hätte.

Parzival alias Frank Poersch, Kölner Künstler, hat in seiner Heimatstadt eine neue Produzentengalerie „mit angeschlossenem Künstlerclub“ gegründet. Interessierten Mitstreitern aus der freien Szene verspricht er „ein völlig neues Galeriekonzept“. Die erste Vernissage ist für den 15. Dezember 2006 angekündigt.

René Block gibt nach neun Jahren die Leitung der Kasseler Kunsthalle Museum Fridericianum auf. Der 64jährige Block will sich künftig Aktivitäten widmen, die er in seiner bisherigen Berufstätigkeit vernachlässigen musste. Für 2007 hat er die Herausgabe türkischer Künstlermonografien und die kuratorische Leitung des nordischen Pavillons auf der Biennale Venedig übernommen. Außerdem will Block Editionen herausgeben.

Einen runden Geburtstag feierten Walter Vitt (Kunstkritiker, 70 Jahre), Ansgar Nierhoff (Bildhauer, 65 Jahre), Hans Kollhoff (Architekt, 60 Jahre).

Verstorben sind Emilio Vedova (italienischer Maler, 87 Jahre), Leo Navratil (Gründer der kunsttherapeutischen Wohngemeinschaft der „Gugginger Künstler“, 85 Jahre), Otto Dressler (Aktionskünstler, 75 Jahre), Harro Bruns (Leiter der Künstlersozialkasse, 61 Jahre), Pino Alessio (Düsseldorfer Maler, 52 Jahre).

Berufungen erhielten Janneke de Vries (Leitung Kunstverein Braunschweig), Angelika Stepken (Leiterin des Künstlerhauses Villa Romana Florenz), Matthew J. W. Drutt, (Executive director of Artpace San Antonio/Texas), Michael Buhrs (ab 1. Januar 2007 Geschäftsführer der Stiftung Villa Stuck und Direktor des Museums Villa Stuck in München), Walter Keller (Gallery Portfolio Director bei Lumas Fotoeditionen Berlin).