Ausstellungen: Wuppertal , 1999

Helga Meister

Rot in der Russischen Kunst

Von der Heydt-Museum, Wuppertal, 31.1. – 14.3.1999

Museumschefin Dr. Sabine Fehlemann sah sich in den Depots des Russischen Museums Sankt Petersburg um und war so begeistert, daß sie häufig wiederkommen will. Die Glückliche durfte eine Ausstellung übernehmen, die in Zusammenarbeit mit dem Kunstforum Wien entstand und ihre einzige deutsche Station im Wuppertaler Von der Heydt-Museum hat. Sie ist ungewöhnlich genug, sie gilt dem „Rot in der Russischen Kunst“ und beleuchtet an 63 exemplarischen Werken von der Ikone über die Malerei der Zarenzeit bis zur klassischen Avantgarde von Chagall, Gontscharowa und Malewitsch, was es mit der einen Farbe zwischen Moskau und Petersburg auf sich hat.

Rot ist für die Russen – so zeigt sich – ein Fest des Lichts, der Freude und des Glaubens, aber auch der Kommunisten. Im Rot kommen Folklore und Göttliches, der Staat und das Absolute, das Kultbild und die Ideologie zusammen. Die Heirat des Kiewer Großfürsten Wladimir mit Pophyrogenetos, der purpurgeborenen Prinzessin, Tochter des byzantinischen Kaisers Basileos II., bescherte den Russen nicht nur die vergebliche Hoffnung auf das Erbe von Byzanz, sondern brachte erstmals die rote Farbe in ihre Geschichte. Rot waren der Purpurmantel, der Baldachin und der Thron-Vorhang, es war die Farbe des Blutes Christi und der Märtyrer.

Als Lenin 1917 mit seinem Putsch die erste bürgerliche Regierung Rußlands stürzte, machte er Rot zur Staatsfarbe. Die „Roten“ waren hinfort die Kommunisten und Stalinisten. Nicht zufällig ist der wichtigste Platz in Moskau der Rote Platz, als Hauptplatz des Reiches. Ob die Ikone oder die Volkskunst,…

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