Magazin: Aktionen, Pläne & Projekte , 1986

THOMAS WULFFEN

Skulpturenboulevard

BERLIN: KUNST UM DIE 750-JAHR-FEIER

Die Berliner Kultur rüstet sich zum Jubiläumsjahr. Allein vier Ausstellungen widmen sich in unterschiedlicher Weise der Kunst, vergangen und gegenwärtig, in Berlin. An besonders exponierter Stelle zeigt sich dabei der sogenannte ‚Skulpturenboulevard‘. Acht Plastiker haben Entwürfe und Projekte für den Kurfürstendamm entwickelt, ausgewählt von einer Projektkommission. Beteiligt an dieser Kommission waren Lucie Schauer (Neuer Berliner Kunstverein), Thomas Kempas (Haus am Waldsee) und Jörn Merken (ehemals Sekretär für Bildende Kunst an der Akademie der Künste, jetzt Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen). Als Berater war Eberhard Roters von der Berlinischen Galerie an den Sitzungen anwesend. Die Projektleitung übernahm Barbara Straka, ehemals im Realismusstudio der Neuen Gesellschaft für Bildende Kunst tätig. 1,8 Millionen Mark wurden zur Verfügung gestellt, um die einzelnen Arbeiten termingerecht zum 25. April 1987 fertigstellen zu können. Die Namen der beteiligten Künstler, bis auf zwei echte Berliner, deuten das Spektrum der Installationen an: Frank Dornseif, Josef Erben, Edward Kienholz und Nancy Reddin Kienholz, Brigitte und Martin Matschinsky-Denninghoff, Olaf Metzel, George Rickey, Rolf Szymanski und Wolf Vostell.

Letzterer beginnt den Reigen der Skulpturen am oberen Drittel des Prachtboulevards mit einem eingegossenen Cadillac oder wahlweise einem Cadillac-Beton-Brunnen. Der könnte dann das zivilisationskritische Gegenstück zum vielgerühmten Weltkugel-Brunnen von Joachim Schmettau bilden. Damit sind dann auch die materialen und inhaltlichen Dimensionen angegeben. Mit einem durch ein Stahlseil in Spannung gehaltenen Stahlblattstück ist Josef Erben auf dem Boulevard vertreten. Olaf Metzel präsentiert sich mit einer Arbeit, die Bezug nimmt auf ein historisches Datum, jenen 13.4.1981, an dem auf einer spontanen Sympathiekundgebung 200 Glasscheiben auf…

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