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Ausstellungen: München · S. 391 - 391
Ausstellungen: München , 1990

Justin Hoffmann
Stefan Demary

Staatsgalerie Moderner Kunst, 1.6. – 22.7.1990

Es sind lediglich geringe Veränderungen, durch die der Düsseldorfer Künstler Stefan Demary Alltagsobjekte in Kunstwerke verwandelt. In der Wahl der Gegenstände und in der Form der Bearbeitung hat sich im Laufe der letzten Jahre ein für ihn ganz spezifisches Repertoire der Gestaltungsmittel herausgebildet, das seine Arbeiten unverkennbar macht. Die vier für Demary relativ großformatigen neuen Arbeiten, die im Sommer 1990 in einem Raum der Staatsgalerie ausgestellt wurden, sind in diesem Sinne als weitere Stationen einer Entwicklung zu bewerten, die von ganz bestimmten Prämissen in der künstlerischen Formulierung ausgehen.

Im Zentrum der Ausstellung von Stefan Demary steht eine explizit politische Arbeit. An der Stirnwand des Raums hängt eine Deutschlandflagge. In der Größe dieser Fahne und vor ihr am Boden hat der Künstler 480 Gliederpuppen postiert. Deren Köpfe sind der Flagge zugewandt. Der Geschlossenheit dieser Formation an Puppen stehen die Verschiedenheit, die geringen Abweichungen in der Haltung jeder einzelnen Figur entgegen. Die aufgereihten Puppenmassen tragen selbst die Farben Schwarz, Rot und Gold, doch so, daß sie nicht von der Richtung des Betrachters, sondern von der Richtung der Fahne aus in der richtigen Reihenfolge erscheinen. „Die Fahne hoch, die Reihen dicht geschlossen (…)“. Vor November 1989 konzipiert, kommt diese Arbeit jetzt jedoch gerade rechtzeitig, die Wiederbelebung eines schon tot geglaubten Patriotismus in unserem Land anzumahnen. Die hölzerne Gliederpuppe, gewöhnlich ein Hilfsmittel für den Maler, wird in den Arbeiten von Demary zum Modell für den Menschen, hier zum Modellfall.

Aber auch auf andere Figuren wie Stofftiere, einen ausgestopften…


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