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Ausstellungen: London/ Barcelona · von Edgar Schmitz · S. 436 - 437
Ausstellungen: London/ Barcelona , 2001

Edgar Schmitz
Tacita Dean

»Recent films and other works«
Tate Britain, London, 15.2. – 6.5.2001

Tacita Dean, MACBA, Barcelona, 26.1. – 25.3.2001

Irgendwo gibt es in Tacita Deans Filmen immer wieder das grundlegende Staunen darüber, was es überhaupt heißt, Welt aufzunehmen und zu Film zu machen. Erstmal geht es deshalb in ihnen immer wieder darum, was zwischen dem Bild und dem Ton und ihrer Technik passiert und welche Aufladungen sich mit ihnen herstellen lassen.

Wo die Kamera auf die Optik eines Leuchtturms trifft und dessen Rotationen festhält, ist dieser als optisches Instrument überdeutlich nah an der Kamera selbst und deren Linsensystemen, die Sichtbarkeit überhaupt erst ermöglichen (‚Disappearance at Sea‘, 1996). Und wenn am Ende des Films dann das gleißende Licht des Leuchtturmscheinwerfers jedes Bild überblendet, ist nicht nur die Kamera als Möglichkeit der Weltaufzeichnung ebenso überholt wie der Leuchtturm als Orientierungsinstrument in ihr. Indem sich das Licht auf der Leinwand festbrennt, schließt Dean es mit dem Schein des Projektors kurz, dessen Lampe sich so als reine Lichtquelle zeigt und dem Galerienraum aufdrängt. Als drittes Linsensystem holt der Film damit auch die Vorführapparatur ein und präsentiert den prominent im Raum stehenden Projektor und seine knisternde Endlosschleifenanordnung als das Faktische des Films selbst, und damit gerade auch die Realität seiner Illusion.

Jenseits programmatischer lo-tech Positionen, die gerade in Reaktion gegen die immer breitere Verfügbarkeit komplexer digitaler Bildbearbeitungsformate Konjunktur haben, sind bei Dean 16mm-Film und Tonbandaufnahmen als Medien nicht nur wegen der physischen Präsenz ihrer Hardware relevant, die die Ausstellungsräume mit der ihnen eigentümlichen Geräuschkulisse füllen. Vielmehr entfaltet…



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