Magazin: Bücher , 2002

Tatort Kunstverein

„Tatort Kunstverein“ weist keine Leiche auf, es handelt sich um ein Lokaltermin der konstruktiven Sorte. Er ist Titel einer Publikation, die das Thema „Kunstverein“ erneut angeht. Ihr voraus ging ein Symposium, initiiert und organisiert von Bernd Milla und Heike Munder, besser bekannt als halle_fuer_kunst e.V. in Lüneburg. Diese existiert nach wie vor, nur die beiden Initiatoren des 1995 gegründeten Kunstvereins in Lüneburg sind heute in anderen Positionen tätig. Bernd Milla als Geschäftsführer des Deutschen Künstlerbundes, Heike Munder als Leiterin des migros museum in Zürich, gemeinsam haben beide noch die Publikation zum Symposium „Tatort Kunstverein“ im September 1999 herausgegeben.

Anlass des Symposiums war ein konstatierter Generationswechsel auf den Direktorinnenposten der Kunstvereine in den 90er Jahren. Der richtige Zeitpunkt für eine Bestandsaufnahme – „Wo stehen die Kunstvereine heute und welche Relevanz haben sie im kulturellen Feld?“ lautete die Fragestellung unter der Bernd Milla und Heike Munder mehrere Kulturschaffende, Kunstvereinsleiter, Kritiker, Vermittler nach Lüneburg einluden, Fragen der Ausstellungspolitik, von sozialen und gesellschaftlichen Vorbildern, neuen Programmstrukturen zu diskutieren.

Die vorliegende Publikation versammelt Statements von Teilnehmern des Symposiums – u.a. Nicolaus Schafhausen, Bettina Sefkow – und weiterführende Beiträge u.a. von Hans Ulrich Obrist, Susanne Titz, Nicola Kuhn und Alice Creischer mit Andreas Sieckmann.

An den Anfang ihrer Publikation stellen Milla und Munder eine knappe und informative Darstellung der Gründungsgeschichte deutscher Kunstvereine. Der empfehlenswerte Abriss der Gründungen im Vormärz zwischen 1810 und 1840 von Christoph Behnke zitiert Thomas Nipperdey und sein Wort von der „Verbürgerlichung der Kunst“. Gerade heute, wo wir erneut die Relevanz der Kunstvereine, mit dieser…

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von Frank Frangenberg

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