Ausstellungen: München · von Hans-Jürgen Hafner · S. 385
Ausstellungen: München , 2000

Hans-Jürgen Hafner

Theo van Doesburg
Maler – Architekt

Museum Villa Stuck, München, 26.10.2000 – 14.1.2001

Ein „moderner“ Dandy, nicht ohne Allüren, oft im sportiven weiß-schwarzen Dress, dabei gerade mal 1,61 m groß: Christian Emil Marie Küpper, bekannt unter dem Namen Theo van Doesburg (1883–1931) gilt als zentrale Figur der klassischen Avantgarden. Er war gleichzeitig künstlerischer Innovator und Utopist, dazu ehrgeiziger Propagandist mit Breitenwirkung. Der „Hang zum Gesamtkunstwerk“ ist auch für seine Arbeit symptomatisch, gleichzeitig forscht er nach dem Grundsätzlichen, dem „Elementaren“ hin zur reinen Abstraktion; überwirft sich dabei nicht zuletzt mit seinem „Stijl“-Mitstreiter Piet Mondrian, kollidiert mit den bestehenden Strukturen am Bauhaus ob seines Führungsanspruchs.

Van Doesburg – eine sichere Position der Kunstgeschichte, von der Forschung reich bedacht und als „De Stijl“-Mitbegründer sehr populär; trotzdem gab es auf deutschem Boden bislang keine umfassende Retrospektive.

Diese Lücke schließt nun das Münchner Museum Villa Stuck. Zur Wiedereröffnung des Hauses mit großzügig zu moderner Ausstellungsfläche umgebautem Ateliertrakt (stimmig in Hinblick auf die vorgegebenen architektonischen Bedingungen geplant und umgesetzt von Uwe Kiessler und Enno Burmeister) widmet sich eine umfassende Ausstellung dem Multitalent, betont die Aspekte „Maler“ und „Architekt“. Rund 250 Arbeiten konnten in Kooperation mit dem Centraal Museum, Utrecht, und dem Kröller-Müller Museum in Otterlo zusammengetragen werden, geordnet in einen primär chronologisch angelegten Parcours.

Darin lassen sich zwei Hauptstränge ausmachen. Die Entwicklung des Malers Doesburg dokumentiert eine solide Auswahl von frühen Skizzen und Bildern des – wahrscheinlich –Autodidakten auf dem Weg zur Abstraktion. Die Zauberworte zu der Zeit lauten „Destruktion“ und „Konstruktion“, programmatisch fundiert in dem Artikel „Van ’natuur‘ tot…

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