Ausstellungen: Köln , 2003

FRANK FRANGENBERG

Torsten Slama

„Gärten der Maschinenkultur“

Galerie Vera Gliem, Köln, 13.9. – 25.10.2003

Was hätte es heute für uns bedeutet, wenn IBM mit seiner Einschätzung von 1952, der Weltmarkt sei mit 18 Computern gesättigt, die Wirklichkeit zutreffend beschrieben hätte. Wie wir alle wissen, ist es nicht so gekommen, wie von IBM einmal angenommen. Aber was tatsächlich passiert ist – keiner kann sich erinnern, niemand will mehr wissen. Es hieße, sich die Weggabelungen zu suchen, an denen unsere Kultur einen Weg nicht nahm, um einen anderen Weg zu begehen. Solcherart aus dem Kanon heraus Gefallenes, ihm niemals zugehörig und deswegen seltsam fragil und faszinierend anmutend – die nicht realisierten Möglichkeiten der Zivilisation in ihrem jungfräulichen Charme bevölkern die Arbeiten von Torsten Slama. Ihr oft utopischer Charakter lässt sie wie Science Fiction wirken. Und ähnlich dem amerikanischen Science Fiction Autoren der 50er Jahre Alfred Van Vogt, haben Torsten Slamas Buntstiftvisionen etwas altmodisch anheimelndes, dass nicht nur durch die einfache und betont naive Technik Einzug hält. Alfred Van Vogt, den Slama in einer älteren Ausstellung zitierte, schrieb 1952 „Science Fiction, wie ich sie zu schreiben versuche, verherrlicht den Menschen und seine Zukunft“. Torsten Slama, großer Verehrer des bösen MAD-Comiczeichners Don Martin, ist genügend schwarzer Humor zu unterstellen, wenn man vermutet, es gehe ihm auch darum, das Philantropische aufzuspießen. Zuerst einmal heißt es, dies auch zeigen zu müssen.

Bei Vera Gliem in Köln präsentiert Torsten Slama nach ein paar ruhigeren Jahren Zeichnungen, kleine Hochformate auf Papier mit Buntstift auf Papier. Einige von ihnen tragen das gebrochen Philantropische im…

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von Frank Frangenberg

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