Ausstellungen: Paris · von Amine Haase · S. 391
Ausstellungen: Paris , 2005

Amine Haase

Videobilder für Wortwogen

Bill Violas Bühnenbild zu Richard Wagners »Tristan und Isolde«
Opera National de Paris in Zusammenarbeit mit der Los Angeles Philharmonic Association und dem Lincoln Center for the Performing Art

Der Hang bildender Künstler zum Theater und zur Oper hat Tradition. Denken wir nur an die Hochzeiten des Russischen Balletts von Serge Diaghilev, der mit Marc Chagall, Larionov, Gontcharova zusammen arbeitete und später auch mit Picasso, den Delaunay, mit Matisse und Leger. Die Bauhauskünstler – Schlemmer, Kandinsky, Moholy-Nagy – beschäftigten sich natürlich auch mit dem Bühnenraum. Und in jüngster Zeit gehört beispielsweise Jannis Kounellis zu den gefragten Bühnenbildern – so 2002 in Amsterdam für Wagners „Lohengrin“ oder, soeben in Berlin, für Richard Strauss‘ „Elektra“. Jan Fabre, Markus Lüpertz, Georg Baselitz haben Ausflüge in die Bühnenbildnerei unternommen. Derzeit wird William Kentriges Bühnenbild für die Inszenierung von Mozarts „Zauberflöte“ am Brüssler Theatre de la Monnaie (zumeist negativ) diskutiert. Das spektakulärste Beispiel aber ist Bill Violas Video-Bühnenbild für Richard Wagners „Tristan und Isolde“, das Peter Sellars inszeniert und Esa-Pekka Salonen musikalisch leitet.

Entstanden war das Projekt aus dem Tristan-Plan, den die Pariser Oper zusammen mit Salonen hatte, aus den Überlegungen, die Sellars zur Eröffnung der Walt Disney Concert Hall in Los Angeles anstellte, und aus Gesprächen, die der Regisseur Sellars mit dem Video-Künstler Viola seit 1980 über eine mögliche Zusammenarbeit führte. Mit dem Tristan war endlich der Moment der Verwirklichung gekommen. Ein Jahr brauchte Viola für die Vollendung seines Video-Bühnenbilds. Im Dezember 2004 wurde es in Los Angeles vorgestellt und hatte in…

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