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Ausstellungen: Essen/Amsterdam · S. 353 - 355
Ausstellungen: Essen/Amsterdam , 1990

Amine Haase
Vincent van Gogh und die Moderne 1890 bis 1914

»Zeitzeugen ohne Beweiskraft«
Museum Folkwang Essen, 11.8. – 4.11.1990

Van Gogh-Museum Amsterdam, 16.11. – 18.2.1991

Erstmals wird die Wirkung unmittelbar aufgezeigt, die van Goghs Malerei auf die Kunst einer jüngeren Generation in Europa ausgeübt hat.“ So lockte das Museum Folkwang zu seinem Projekt „Vincent van Gogh und die Moderne 1890 bis 1914“ nach Essen – zu einem Projekt, auf das man in diesem Van-Gogh-Jahr mit mindestens dreizehn Monden besonders gespannt war. Es versprach nämlich, interessante Spuren zu verfolgen, und: „Mit dem Blick eben dieser europäi-schen Avantgarde wird ein neues Verständnis für das Werk van Goghs eröffnet.“ Der hohe Anspruch sollte mit 54 Bildern van Goghs und 132 anderer Maler, insgesamt 53, eingelöst werden. Und die Schau eröffnete unmittelbar anschließend an die allein van Gogh gewidmeten niederländischen Groß-Ausstellungen. Aber um es gleich vorwegzunehmen: Das Unternehmen ist gescheitert – zumindest unter formalästhetischen und wirkungsgeschichtlichen Gesichtspunkten, deren Erarbeiten ausdrücklich angekündigt worden war.

Es bleibt natürlich eine stattliche Zahl berühmter Bilder, viele interessante und einige schöne sogar. Von den 54 Werken van Goghs waren 35 nicht bei der Mammut-Schau in Amsterdam zu sehen – und eine Reihe von ihnen wird es auch so bald nicht wieder sein, da sie aus Privatbesitz stammen.

Zwischen dem Augenblick der Setzung einer These (nämlich: die Wirkung von van Goghs Kunst auf die einer jüngeren Generation) und dem Zeitpunkt der Umsetzung in eine optisch nachvollziehbare Beweisführung (also: die Ausstellungs-Eröffnung) lag genügend Zeit zu Überlegungen. Warum sich die Verantwortlichen (Museumsdirektor: Georg-W. Költzsch, Konzept: Roland…



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