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Ausstellungen: Köln · von Gabriele Bessler · S. 396 - 396
Ausstellungen: Köln , 2001

Gabriele Beßler

WertWechsel –
Zum Wert des Kunstwerks

Museum für Angewandte Kunst, Köln, 28.4. – 1.7.2001

Anspruchsvolles war von den ausrichtenden Joint-venture Teams des Museums für Angewandte Kunst und dem des Zentralarchivs des Internationalen Kunsthandels zu stemmen: die Darstellung des Wertewandels gängiger (bildender) Kunstwerke in einem Museum, das überwiegend Objekte des Kunsthandwerks und Designs zeigt, nebst Unterbringung aussagekräftiger Archivalien (Zeitzeugnisse und Briefe von Künstlern, Galeristen und Kunsthistorikern) unter hinterfangender Hinzufügung erkenntnisleitender Aussagen von namhaften Künstlern und Theoretikern im Wort – jeweils in großen Lettern an Wänden und Fußböden der Museumsräume appliziert. Um es vorwegzunehmen: leicht hatten es die Besucher wahrlich nicht. Es galt, ein dichtes Geflecht an Äußerungen zu durchdringen, raumgreifende Installationen und Einzelkunstwerke abzuschreiten und bei allem ein mögliches Wechselspiel mit der Exponatfülle der ständigen Sammlung im Auge zu behalten. Hier und da sollte nämlich “ein feiner Dialog” zwischen beiden Bereichen erkennbar werden – allein, es war nicht immer klar, wo und wann und vor allem zu welchem sinnvollen Ende. Ein buntes Gemisch unterschiedlichster Medien wurde präsentiert etwa von Beuys, Matti Braun, Robert Filliou, Georg Herold, Louise Lawler, Diter Roth, Lawrence Weiner, Niki de Saint Phalle – überwiegend dem 20. Jh. entstammend; diese inmitten von bzw. konfrontiert beispielsweise mit handwerklich hergestellten Silberschmiedearbeiten, Bronzen, feuervergoldeter Ebenistenware und Meissener Porzellan – entstanden während der letzten fünf Jahrhunderte. Hier trafen materielle, wirtschaftshistorische und geistesgeschichtliche Hintergründe aufeinander, deren eklatanten Unterschiede in Produktionsweise und Wertigkeiten, aber auch deren möglichen Parallelen (Stichwort Handarbeit und industrielle Fertigung) durch die Ausstellungsmacher indessen kaum thematisiert wurden. Damit bestach der Eindruck…

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von Gabriele Bessler

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