Ausstellungen: Essen · von Thomas Wulffen · S. 479
Ausstellungen: Essen , 2001

THOMAS WULFFEN

Zeitgenössische Kunst und Kritik

Kokerei Zollverein Essen, Mai bis Oktober 2001

Auf dem Weg zur Ausstellungseröffnung benutzen wir ein Taxi. Es ist warm und mit der Taxifahrerin entsteht schnell ein Gespräch über die Möglichkeiten, sich bei den herrschenden Wetterbedingungen abzukühlen. Die Fahrerin berichtet davon, wie die Stadt Essen aufgrund von notwendigen Sparmaßnahmen öffentliche Freibäder schließt. Auf dem Ausstellungsgelände angekommen, begrüßt den neugierigen Besucher als erstes ein Schwimmbad, erstellt aus üblichen Containern. Der öffentlich zugängliche Swimming-Pool ist ein ,Werkschwimmbad‘ und ein Kunstwerk zugleich und gehört zu jenen ersten künstlerischen Eingriffen auf einer ehemaligen Kokerei in Essen. Diese künstlerischen Eingriffe sollen das große Industriegelände wiederbeleben Mit dem Ansatz ,Zeitgenössische Kunst und Kritik‘ gleichzeitig auch Titel der neuen Kunstinstitution, gefördert von der ,Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur‘, wird das Paradox deutlich, dem sich der künstlerische Leiter Florian Waldvogel gegenübersieht. „Die Kokerei Zollverein produziert wieder“, meldete die erste Pressemitteilung der neuen Institution. Ein erster Ausstellungszyklus trägt den Titel ,Arbeit Essen Angst‘ und leuchtet damit das kritische Potenzial des Unternehmens aus. Wieweit sich dieses kritische Potenzial tatsächlich an ein Publikum wendet, das sich außerhalb der gewöhnlichen Kunstkreise und der üblichen Verdächtigen befindet, muss abgewartet werden. Zumindest das ,Werkschwimmbad‘ von Dirk Paschke und Daniel Milonhic ist ein gelungenes Beispiel für eine partizipatorische Praxis zeitgenössischer Kunst, dem sich ein Vortrag von Stella Rollig im Rahmenprogramm der Eröffnung widmete. Dem lässt sich auch die Kochwerkstatt von Sebastian Stöhrer zurechnen. In der Ausstellungszeit zwischen Juli und Oktober wird er in der neueingerichteten Cafeteria für das und mit dem Publikum kochen. Dabei…

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