Nachrichtenforum: Aktionen, Pläne & Projekte , 2007

Steirischer Herbst

Seit vierzig Jahren wird in Graz das Avantgarde-Festival „Steirischer Herbst“ ausgerichtet. Es gilt neben der Linzer „ars electronica“ als wichtigste Plattforum für experimentelle Kunst in Österreich. Die jetzige Veranstaltung findet vom 20. September bis zum 14. Oktober 2007 statt und umfasst die Bereiche Bildende Kunst, Architektur, Musik, Literatur, Aktion, Film, Literatur und Spielfeldforschung. Das Stadtmuseum Graz zeigt die Jubiläumsausstellung „Reading Back and Forth“. In dieser Rückschau geht es vor allem um die Frage, ob der „Steirische Herbst“ in den vergangenen vier Jahrzehnten das „Verhältnis zwischen Kunst und Öffentlichkeit“ zu ändern vermochte. Reine Museumskunst gab es hier in den alljährlichen Herbstwochen nämlich selten zu sehen, und auch im Jubiläumsjahr sieht sich das Publikum mit einigen recht ungewöhnlichen Projekten konfrontiert: So ruft z.B. der Künstler Robert Jelinek einen eigenen Staat für Saboteure aus, und Hannah Hurtzig lädt 100 Grazer Experten zum Austausch von „Wissen und Nicht-Wissen“ auf einem Schwarzmarkt ein. Im Kunstverein Medienturm erforschen die „Active Agents“ die „aktuelle Technokultur“ hinsichtlich der Beziehungen zwischen „Körperlichkeit und Technologie“; ein Thema, das freilich schon in den neunziger Jahren seine Zeithöhe in der Kunst hatte und aus heutiger Sicht ein wenig verbraucht anmutet. Im Kunsthaus Graz wird das Projekt „Volksgarten“ realisiert: ein Porträt der angrenzenden Stadtteile Lend und Gries. Diese beiden multikulturellen Vororte gelten als Sinnbilder für „urbanen, politischen, kulturellen und sozialen Wandel… Die Ausstellung geht Identifikationssystemen und Strategien der Zugehörigkeit innerhalb bestimmter communities auf den Grund. Wie werden soziale Utopien konstruiert?“ Die „Auswüchse der Konsum- und Wegwerfgesellschaft“ dokumentieren Fotos, Filme und Installationen in…

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