Ausstellungen: Köln , 2004

UTA M. REINDL

Ann-Sofi Sidén: Warte Mal!

Kölnischer Kunstverein, 13.2. – 8.4.2004

Der ethnopolitischen Kunst gilt das Engagement Kathrin Rhombergs in Köln und so hat sie als Nachfolgerin von Udo Kittelmann mit den neuen Räumen des Kölnischen Kunstvereins dessen Konzeption deutlich verändert. „Migration“ ist das Sujet der ersten Ausstellungsserie in den wegen städtischer Haushaltslöcher nur ansatzweise renovierten Räumen des Kunstvereins – in der so genannten „Brücke“. Der Name symbolisiert nun zufällig das aktuelle Veranstaltungs- und Ausstellungsprogramm – assoziieren sich doch mit Migration „Korridore, Exklaven, Enklaven, Sackgassen, Protektorate, cordons sanitaires, Warteräume oder militärisch-humanitäre Transitzonen“, wie es im Katalog der jüngsten Berlin-Biennale heißt, die sich bekanntlich auch ausführlich dem Thema widmet. Das Finale des Migrationsprojektes von Kathrin Rhomberg, die seit 1991 in der Secession in Wien und 2000 als Mitverantwortliche für die Manifesta 3 in Ljubljana arbeitete, wird im nächsten Jahr eine umfassende Gruppenausstellung sein – in Kooperation mit dem in Köln ansässigen DOMiT, dem Dokumentationszentrum und Museum über die Migration aus der Türkei.

Theoretisch ausgerichtet war jedenfalls der Auftakt des Migrationsprojektes in den ersten Monaten dieses Jahres, mit Vorträgen und Diskussionsrunden über Architektur und Urbanismus unter anderem mit Jean-Philippe Vassal und Anne Lacaton (Paris) oder Eyal Weizman (Tel Aviv/London ) sowie dem urbanen Aktivisten Santiago Cirugeda (Sevilla). Den Reigen der künstlerischen Standortbestimmung in Sachen Migration hat jetzt Ann-Sofi Sidén mit ihrer Ausstellung eröffnet und geht das Thema dokumentaristisch an, ohne dokumentarisch sein zu wollen. An einem der Brennpunkte der polit-ökonomischen Veränderungen Europas, in der tschechischen Grenzstadt Dubi, die mit ihren 36 Bordellen und dem Straßenstrich…

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von Uta M. Reindl

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