Ausstellungen: Stuttgart · von Martin Blättner · S. 375
Ausstellungen: Stuttgart , 1997

Martin Blättner

ars viva 97/98

Medienkunst

Staatsgalerie Stuttgart, 9.10. – 23.11.1997

»…Utopien sind verwirklichbar. Das Leben schreitet auf sie zu. Und vielleicht beginnt ein neues Zeitalter, darin die geistige und gebildete Oberschicht von Mitteln und Wegen träumen wird, den Utopien auszuweichen und zu einer nichtutopischen, einer weniger ‚vollkommenen‘, aber freieren Gesellschaftsform zurückzukehren.«
(Nicolas Berdiaeff)

1. Utopien sind verwirklichbar.

Von Technik und Industrie weit und breit keine Spur. Kontemplativ von oben läßt der Betrachter seinen Blick über eine Gebirgslandschaft schweifen, versunken in die Weite der Berge und das schweigende Ziehen der Nebelwolken. Fast wie vom Hang des Feldberges, der Hütte Martin Heideggers aus. Doch wir befinden uns nicht im Schwarzwald. Bei einer genaueren Überprüfung des In-der-Welt-Seins als Existenz erleben wir uns in der Staatsgalerie Stuttgart vor der Videoarbeit „In sight Out“ – 1997 von Heike Baranowsky geschaffen. Der Nebel vor der Bergformation erweist sich als digital manipuliert. Die Entillusionierung ist perfekt: Man hat sich der Welt nicht wirklich zugewandt, sondern befindet sich mitten im Grenzbereich von Nichtgeschehen und Geschehen, Innen und Außen, des vermeintlichen In-der-Welt-Seins. Vorausgesetzt wird allerdings ein geduldiger Zuschauer, der sich auf ein so gut wie statisches Bild einläßt.

2. Das Leben und die Utopie

Eine weitere Installation der ars-viva-Preisträgerin („En face II“, 95) zeigt eine wie endlose Prozession von Häuserfassaden und Fenstern – in Wirklichkeit sind es Stills, die gut 45 Minuten lang in fließender Bewegung an die Wand projiziert werden. Der Betrachter befindet sich jetzt innerhalb einer elektronischen Umwelt, gleichsam wie im Höhlengleichnis verbergen deren Bilder das Eigentliche.

3. Das neue Zeitalter

Heinrich Klotz hat die „zweite Moderne“…

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