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Ausstellungen: Stuttgart · von Johannes Meinhardt · S. 376 - 377
Ausstellungen: Stuttgart , 1997

Johannes Meinhardt
Thom Barth

Das Grosse Ding, die Arbeit und der Schrank
Württembergischer Kunstverein Stuttgart, 1.11. – 14.12.1997

Nach sieben Monaten Schließung wegen Asbestsanierung wird mit der Installation „Das große Ding, die Arbeit und der Schrank“ von Thom Barth, die die Höhe und das Format dieses Saales nützt, der 12-eckige Kuppelsaal des Württembergischen Kunstvereins wieder geöffnet. Ein leichter, transparenter Würfel von fast 8 Metern Kantenlänge, bestehend aus einem Stahlrohrgerüst, das mit transparenter Folie bespannt ist, ruht im Zentrum des Raumes mit seinen vier unteren Eckpunkten auf vier Schreibtischen. Der Kubus ist mit großen, auf transparente Folien kopierten Portraits beklebt, deren Quelle schwarze und grob gerasterte Photos aus Zeitungen sind. Etwa 150 dieser Portraits aus allen denkbaren Gebieten der medialen Prominenz überziehen den Würfel, wobei die Vorderseite der Portraits nach innen gerichtet ist. Dazu kommen wesentlich kleinere transparente Offsetfolien – beliebiger und zufälliger Druckabfall -, die unterschiedlichste Bilder, Listen, Diagramme etc. zeigen. Alle Verbindungen sind mit transparentem, aber deutlich sichtbarem Klebeband hergestellt. Über die seriellen, im Format identischen Portraits ist zudem ein vervielfältigtes Organigramm gelegt, dessen schwarze Umrandungen und Verbindungslinien teilweise durch rote Balken blockiert sind. Der riesige Würfelkörper, weitgehend transparent, schwebt nahezu im Raum; den Raum ausfüllend und zugleich fast immateriell, in Analogie zur Immaterialität der Medienbilder.

‚Das große Ding‘, das das Raumzentrum ausfüllt und sperrt, verknüpft sich mit der ‚Arbeit‘: es steht auf Schreibtischen, die durch weitere Büroeinrichtungen und durch Computer ergänzt sind, und liefert so Arbeitsplätze. Eine Reihe von Studenten wird während der Dauer der Ausstellung, sechs Wochen lang, die auf…



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von Johannes Meinhardt

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