Titel: 52. Biennale Venedig , 2007

Taiwan
Kurator: Hongjohn Lin

„Atopia“

In prominenter Lage, in unmittelbarer Nähe des Markusplatzes, präsentiert das Taipei Fine Arts Museum die Schau „Atopia“. Besucher, die sich versehentlich in den Eingang des Palazzo delle Prigioni verirren, werden gewarnt: „Hier geht es nicht zu den Gefängnissen!“ Und das ist vielleicht auch ganz gut so, denn im ersten Ausstellungsraum hat Shih Chieh Huang aus Haushaltsgegenständen eine recht abenteuerliche Installation zusammengezimmert. Da blinkt, bläst und blubbert es, und auf Bildschirmen verfolgen erschreckte Augen das Geschehen. Mit seinen chaotischen Konstrukten und unbrauchbaren Erfindungen aus wieder verwertbaren Materialien spielt Shih Chieh Huang an auf den entfremdeten Zustand unserer technisierten Alltagswelt. VIVA zeigt von an japanischen Manga oder Anime inspirierte Comics im Poster-Format. Es gibt vier Motive, die die Besucher kostenlos mitnehmen können. Kuo Min Lees Fotografien entstanden Wohnungen in Siedlungen und Stadteilen, die kurz vor dem Abriss stehen. Sie dokumentieren den – oft sehr ärmlichen und klaustrophobisch vollgestopften – Lebensraum von Menschen, die Opfer einer von der Regierung vorangetriebenen systematischen Urbanisierung werden. In Huang-Cheng Tangs Installation geht es um die obsessive Verfolgung von Erinnerung. Ausgangspunkt ist ein Erinnerungsfoto, das die Künstlerin an verschiedenen realen Orten mit wechselnden Personen reinszeniert hat. Außerdem gezeigt wird die nostalgische Filminstallation des Regisseurs Tsai Ming-Liang.

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von Susanne Boecker

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