vorheriger
Artikel
nächster
Artikel
Ausstellungen: Salzburg · von Franz Thalmair · S. 362 - 363
Ausstellungen: Salzburg , 2008

Franz Thalmair
Bild <> Macht <> Wissen

Endlosschleife Bildkritik
Galerie 5020, 29.5. – 26.7.2008

Die Existenz eines Perpertuum Mobiles wurde bereits vor langer Zeit widerlegt. Trotz entgegenwirkender physikalischer Grundgesetze forschen Wissenschafter unermüdlich diesbezüglich weiter, entwickeln Hypothesen und visualisieren ihre Forschungsergebnisse – ein imaginierender Arbeitsprozess, der dem eines Künstlers ähnelt. Die Schnittstelle zwischen Kunst und Wissenschaft scheint in der Bildproduktion zu liegen: Wissenschaft produziert Bilder, Kunst produziert Wissen und umgekehrt, so die Ausgangsthese der Ausstellung „Bild <> Macht <> Wissen“ in der Salzburger Galerie 5020.

Die Idee des Perpetuum Mobiles führt unmittelbar zu einer Art Endlosschleife des wissenschaftlichen Versuchs: Roman Kirschner experimentiert in der dynamischen Skulptur „Roots“ (2006) mit physikalisch-chemischen Reaktionen von Eisenkristallen. Bei der dampfenden und zusätzlich Sound erzeugenden Installation, die sich genauso gut in einem Forschungslabor befinden könnte, bündelt sich der Eisenstaub durch die Induktion von Strom entlang von Drähten zu organischen Formen. Eine transparente Box fungiert dabei als Behältnis, in welchem sich das System in einem dreistündigen Prozess aufbaut bis sein Limit erreicht ist und es sich innerhalb nicht ganz einer Minute wieder abbaut, um den Zyklus von vorne zu beginnen.

Als unverzichtbaren Teil solcher prozessualer Vorgänge innerhalb künstlerischer und/oder wissenschaftlicher Methoden begreift Edgar Lissel den Künstler und/oder Wissenschafter selbst und thematisiert in der dreiteiligen Werkserie „Myself“ (2005) seinen eigenen Körper. Die Präsenz des Künstlers während des Prozesses der Bildproduktion zeigt sich hier in Selbstversuchen am eigenen Körper mit biologischen Fotogrammen. Auf der menschlichen Körperoberfläche befindliche Bakterien beginnen in einer Nährlösung mit ihrer fotoaktiven Reaktion. Sie orientieren sich auf Fotopapier zum Licht…



Kostenfrei anmelden und weiterlesen:

  • 3 Artikel aus dem Archiv und regelmäßig viele weitere Artikel kostenfrei lesen
  • Den KUNSTFORUM-Newsletter erhalten: Artikelempfehlungen, wöchentlichen Kunstnachrichten, besonderen Angeboten uvm, jederzeit abbestellbar
  • Exklusive Merklisten-Funktion nutzen
  • dauerhaft kostenfrei