Titel: Essen und Trinken II · von Jürgen Raap · S. 134
Titel: Essen und Trinken II , 2002

BLUT

> FLEISCH > SCHLACHTEN > TABUS

Darum sollen die Kinder Israel ihre Schlachttiere, die sie auf dem freien Feld schlachten wollen, vor den Herrn bringen vor die Tür der Stiftshütte zum Priester und allda ihre Dankopfer dem Herrn opfern. Und der Priester soll das Blut auf den Altar des Herrn sprengen vor der Tür der Stiftshütte und das Fett anzünden zum süßen Geruch des Herrn“ (3. Mose 17). Das Alte Testament enthält umfangreiche Anleitungen über die Qualität der Opfertiere und über die Orte und Riten zur Darbringung des Opfers. Daran schließt sich ein umfangreicher Katalog an Speisevorschriften an, zu der eine Tabuisierung von Blut gehört.

Religiöse Bedeutung

Manche Ess-Tabus in der jüdischen und islamischen Religion mögen auch praktisch-hygienische oder ökonomische Gründe haben, doch die Unterscheidung zwischen Essbarem und Nicht-Essbarem beruht bei allen Gesellschaften in der Regel auf einer „kulturellen Differenz“, wie Eva Barlösius ausführt: „Zu den Ausnahmen gehören die Zellulose, die in größeren Mengen nicht verdaut werden kann, sowie einige giftige Stoffe und mikrobiell verdorbene Pflanzen und Tiere… Alle anderen Essverbote oder Meidungen von Speisen sind kulturell bedingt.“1

Dazu gehört auch das Verbot, Blut zu verzehren, wie Moses es von Gott erklärt bekommt: „Und welcher Mensch… irgend Blut isst, wider den will ich mein Antlitz setzen und will ihn mitten aus seinem Volk ausrotten. Denn des Leibes Leben ist Blut, und ich habe es euch auf den Altar gegeben, dass eure Seelen versöhnt werden. Denn das Blut ist Versöhnung, weil Leben in ihm ist… Keine Seele unter euch soll Blut essen… und welcher Mensch……

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