Titel: Essen und Trinken II · von Jürgen Raap · S. 146
Titel: Essen und Trinken II , 2002

COLA

114 Jahre lang konnte das Geheimnis wie ein Goldschatz gehütet werden: Das Originalrezept für Coca Cola lagert gut gesichert in einem Tresor am Firmensitz des Brauseherstellers in Atlanta (USA). Doch dann publizierten vor kurzem Susanne Warmuth und Udo Pollmer die (vermeintliche) Rezeptur in ihrem „Lexikon der populären Ernährungsirrtümer“. Die beiden Autoren trugen einfach zusammen, was schon seit Jahren immer wieder in der Fachpresse aufgelistet worden war. Demnach besteht die originale Coca Cola unter anderem aus Wasser, Zucker, Koka-Blättern, Destillaten aus Limetten, Kaffee und Kakao, aus Ingwer und Mandarinenblättertinktur sowie aus Extrakten von Zimt und Vanille, Muskat und Mimosenbaumrinde.

Natürlich dementierte die Unternehmensleitung von Coca Cola Deutschland umgehend die Richtigkeit dieser Liste: Die Rezeptur sei noch immer „das bestgehütete Industriegeheimnis der Welt“, so Firmensprecherin Christina Jakob.

Allerdings wird die „koffeinhaltige Limonade“ längst nicht mehr so zusammengerührt, wie sie der Apotheker John S. Pemberton 1886 erstmals auf den Markt gebracht hatte. Pemberton hatte einen Sirup aus der Koka-Pflanze und der Cola-Nuss mit Sodawasser vermischt. Dieses Getränk sollte gegen Kopfschmerzen und Müdigkeit wirken. Doch ein Kokain-Getränk würde heute wohl überall mit den Betäubungsmittelgesetzen in Konflikt geraten.

In den siebziger Jahren durften die Besucher des Kölner Museum Ludwig die Rauminstallation „Das tragbare Kriegerdenkmal“ von Edward Kienholz (1968) noch als reales Café benutzen und an einem der Metalltische Platz nehmen. Ein Cola-Automat spie für 50 Pfennig eine Flasche aus. Anfangs war der Automat noch mit original US-amerikanischer Coca Cola bestückt, und ich hatte wie viele andere Besucher den Einruck, sie schmecke anders als die Cola aus einer deutschen…

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