Ausstellungen: Köln , 1999

Andreas Denk

Concha Jerez / José Iges

»Shadows of the Scenary«

Galerie Schüppenhauer, Köln, 29.1. – 10.4. 1999

Den Begriff der Intermedia-Kunst hat Dick Higgins in einem Pamphlet geprägt, das 1966 in einem Newsletter der Something Else Press erschien. Higgins wies damals zwei Bedeutungsfelder aus: Einerseits sollte Intermedia-Kunst die konzeptionelle Fusion verschiedener Gattungen sein, bei der im Zuge des künstlerischen Anverwandlungsprozesses keine Spur der ursprünglich verwendeten Medien übrigbleibt, doch eines der überformten Medien eine metaphorische Hilfsbenennung der entsprechenden Intermedia-Arbeit bestimmt (Video, Komposition, Musik, Klangdichtung, Künstlerbücher, Copyart). Andererseits beschreibt Higgins Intermedia-Kunst als eine Kunst zwischen oder außerhalb der Gattungen, die sich statt traditionellen Medien stärker Phänomenen der konkreten Welt zuwendet. Die Konsequenz beider Begriffsbestimmungen ist an einem entscheidenden Punkt verschieden: Während die erste Definition bei einem künstlerischen Werkbegriff verharrt, transformiert die zweite Definition künstlerische Arbeit in die Wahrnehmung und Verarbeitung alltäglicher Handlungen und Prozesse, ohne ein Werk im herkömmlichen Sinn zu manifestieren. Wohl im Anschluß an diese Definition konnte George Maciunas behaupten, daß für ihn Intermedia „10 % Musik, 25 % Architektur, 12% Zeichnen, 18% Schuhmacherkunst, 5% Geruch“ bedeute. Diese grundsätzliche Uneindeutigkeit bedeutet auch für die kunstkritische Annäherung die Notwendigkeit zu klarer Unterscheidung: Greifen bei Higgins erster Definition übliche kunsthistorische Methoden der Werkanalyse, entzieht sich die in die Alltagswelt aufgelöste Handlungs- und Wahrnehmungsform von Intermedia den gebräuchlichen Kriterien zugunsten einer Kritik der Auswahl und der Konsequenz, mit der das entsprechende Vorhaben durchgeführt worden ist.

Für Concha Jerez, 1941 auf Las Palmas geboren, in Afrika aufgewachsen und seit 1955 in Madrid, gilt der erste Fall: Sie arbeitet…

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