Ausstellungen: Düsseldorf · von Helga Meister · S. 376
Ausstellungen: Düsseldorf , 1994

Helga Meister

Cordula Güdemann

Kunstmuseum Düsseldorf im Ehrenhof, 22.1. – 20.2.1994

Galerie manus presse, Stuttgart, 3.3. – 8.4.1994

Cordula Güdemann wurde 1955 in Wehr geboren, studierte in Karlsruhe und Düsseldorf und lebt in Köln. Sie ist von der rheinischen Szene geprägt. Dabei spielt ihre Auseinandersetzung mit der puristischen Malerei von Dieter Krieg ebenso eine Rolle wie der Umgang mit den realistischen Verfremdungen in der Hüppi-Klasse. Was ihre Werke von denen anderer unterscheidet, ist die kritische Sicht auf die entmenschlichte Welt. Der Horror vacui in der Komposition ist die Konsequenz daraus.

Stephan von Wiese, Abteilungsleiter im Kunstmuseum Düsseldorf, bereitete ihr eine Ausstellung, die gegenwärtig in der Stuttgarter Galerie „manus presse“ gezeigt wird. Sie beginnt mit scheinbar lustigen Bildern. Das Auffinden grotesker Situationen ist ihre Stärke. Seit ihrem Aufenthalt in der Villa Massimo, 1990/91, systematisiert sie die Bildstörungen. Zeiten und Räume werden zu einem römischen Kulissenzauber zusammengesteckt.

Am einfachsten läßt sich ihre Entwicklung in den Gouachen nachvollziehen, in einer „Hasenjagd“ von 1989 etwa. Der aufgeklappte Ausschneidebogen eines Hochhauses, wie ihn Schütte oder Piltz hätten schaffen können, steht im Zimmer. Der Innenraum wird zur Bühne, auf der der Außenraum aufgebaut ist. Die Dialektik zwischen privatem und öffentlichem Raum stimmt nicht mehr.

Das Blatt bekommt einen zusätzlichen Akzent durch einen Mann und eine Frau, die mit Pistole und Gewehr auf einen Hasen zielen. Die Szene pendelt zwischen Komischem und Surrealem. Das Kaffeebraun des Auftrittsortes ist zugleich Erde, Proszenium und bloßer Kolorismus; die Farbe trägt zur Doppelbödigkeit bei.

Ausgangspunkt einer Gouache aus der Folge „Völkerkunde 2000“ von 1990 war das Zeitungsfoto des Papstes…

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