Gespräche mit Kunstvermittlern , 1988

Thomas Deecke:

Den Sammler als Pater gewinnen.

Zum „Neuen Museum Weserburg“ befragte ihn Thomas Wulffen

Wie ist der genaue Name des Museums in Bremen, für das Sie als Leiter bestimmt wurden?

Es heißt „Neues Museum Weserburg Bremen“. Der Name soll gewissermaßen den Charakter der Institution kennzeichnen: „neu“ will sagen: ein Museum neuer Kunst -das Wort „zeitgenössisch“ finde ich ein wenig schwerfällig; Weserburg bezeichnet den genauen Platz, vier Speichergebäude gegenüber der Altstadt Bremens.

Wieweit waren Sie an der Konzeption des Museums beteiligt?

Dazu muß man ein wenig ausholen. Die Diskussion um ein Museum zeitgenössischer Kunst gibt es in Bremen seit 7 Jahren. Ausgelöst wurde sie durch eine Ausstellung von Kienholz-Skulpturen aus der Sammlung Reinhard Onnasch, die damals von der „Gesellschaft für aktuelle Kunst (GAK) „gemacht wurde. Anschließend daran gab es Gespräche zwischen dem Kultursenator und Onnasch, ob man nicht seine ganze Sammlung in einigen Etagen der Weserburg zeigen könnte, gewissermaßen als „Onnasch Museum“. Diese Idee hat sich über Jahre hinaus nicht richtig entwickeln können. Vermutlich deshalb, weil die konzeptionellen Vorstellungen von einem Museum in Bremen und bei dem Sammler Onnasch sehr unterschiedlich waren, so daß kein Konsens hergestellt werden konnte. Das Gespräch war festgefahren. Deshalb entschloß sich der Senator für Bildung, Wissenschaft und Kunst, einen Fachmann zu beauftragen. Um es zu verkürzen: Man hat mich im Februar 1987 darum gebeten, ein neues Konzept zu erarbeiten. Im Laufe dieser Arbeit, bei der Entwicklung das Konzepts, schälte sich immer mehr heraus, daß es nicht zweckmäßig sei, nun noch ein Museum zeitgenössischer Kunst klassischen Stils zu gründen, vor dem Hintergrund…

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