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Ausstellungen: Amsterdam · S. 313 - 315
Ausstellungen: Amsterdam , 1988

Frank-Alexander Hettig
Ludger Gerdes

Stiftung De Appel, 15.4. – 8.5.1988

Seit Kunst vom täglichen Leben getrennt ist und versuchte autonom zu sein, wurde ihr eine metaphysische Basis zuerkannt und sie als artifizielle Religion betrachtet.

Die Kunst wieder in das Leben zu integrieren und Lebensräume für Menschen zu gestalten und zu inszenieren, stellte sich Ludger Gerdes als Aufgabe, da Kunst für ihn eine öffentliche Angelegenheit ist und als Mittel sozialer Kommunikation funktioniert.

Wie Künstler des russischen Konstruktivismus, des Stijls und des Bauhauses möchte auch er realistische und konstruktive Vorschläge zur Verbesserung der Welt machen. Seine Paradigmen sind nicht nur auf künstlerische Erwägungen gegründet, sondern stehen in Beziehung zu Wissenschaft, Politik, Philosophie und Ekonomie.

Gerdes hat seiner aus fünf Segmenten bestehenden Installation in den Räumen des ‚Appels‘ den Titel ‚Noch einmal die alte Nummer‘ gegeben.

Beim Eintritt stößt man auf ein großes, gelb umrandetes Fresko, worin fünf Dreiecke ausgespart sind, die um einen imaginären Mittelpunkt regelmäßig geordnet sind. Die nach außen gerichtete Dreiecke und die Farbe geben dem Fresko eine aktivierende Energie. ‚Meine früheste Erinnerung ist in Rot getaucht‘ schrieb Elias Canetti, und auch bei Gerdes ist diese Farbe in den Räumen der Stiftung vorherrschend. Das Arrangement auf der Rückseite dieser losstehenden Mauer besteht aus einer Trialektiek von Ornament, Malerei und Architektur. Die Installation an der Rückseite dieser Mauer hatte Gerdes 1984 in der Produzentengalerie in Hamburg ausgeführt.

Auf einer Wand ist ein klassischer Rundbogen ausgespart, in dessen oberem Teil eine runde Lampe mit einer Maske davor leuchtet. Die Maske und die Lampe erinnern an eine surrealistische Maskerade und…


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