Titel: Spanien im Aufbruch , 1988

Die jungen Künstler Madrids

von Felix Guisasola

1985 offenbarte in Madrid eine Anzahl von Gruppenausstellungen („Punto“, „Salón de Pintura Joven“, „Muestra de Arte Joven“) eine neue Künstlergeneration. Sie unterschied sich von den vorherigen besonders in zweierlei Hinsicht: Zum einen wiesen sie nicht die Konfusion und Zersplitterung früherer Generationen auf, zum anderen gehörten ihr erheblich mehr Künstler an.

1983-84 hatte sich während der ARCO, als auf allen Ständen die Transavantgarde und die Vertreter der Jungen Wilden in den Vordergrund gerieten, eine scharfe künstlerische Auseinandersetzung mit der „generación 80“ sowie mit den Kritikern, die diese Gruppe unterstützten, entfacht. Somit wurde deren Strategie der „Machtübernahme“ und einer späteren Eingliederung in den internationalen Kreislauf zerstört. Ihr Angebot, obwohl ziemlich mannigfaltig, erschöpfte sich in der französischen Lesart des nordamerikanischen abstrakten Expressionismus und in impressionistischen „Revivals“. Es ist klar, daß all dies weit entfernt war von den damaligen internationalen Erwartungen an die spanische Gegenwartskunst. Und als Krönung und Bestätigung des Irrtums brach Miquel Barceló, ein praktisch Unbekannter, in die documenta 7 ein und fand Anschluß an den internationalen Kreislauf. Diese Polemik hinterließ keine große Spuren: Die Generation von 1980 zerstreute sich, und nur der eine oder andere blieb im Sattel.

Zur Generation von 1985 läßt sich aus soziologischer Sicht feststellen, daß sie die erste war, die sich völlig fern von dem Elend und der Dichotomie bildete, in die das Franco-Regime die bildende Kunst geführt hatte. Unterschiedlich stark spiegelt die Kunst ihrer Mitglieder den postmodernen Geist wider, wodurch sie gewissermaßen als die Erben der „movida“ erscheinen. Dieses Zusammentreffen von Entwicklungen und…

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