Titel: Spanien im Aufbruch , 1988

Ferrán García Sevilla

Ähnlich wie Guillermo Paneque sucht García Sevilla (geb. 1949, Mallorca) in seiner Ikonologie den internationalen Diskurs. In einem statischen Bildraum fließen Gegenstände und Symbole, die ein Stenogramm der Imagination und zugleich des Unbewußten ergeben, ineinander. Er nutzt die Technik, um historische, politische und philosophische Bezüge herzustellen. Dabei hat sich die konnotative Aufladung scheinbar simpler Motive als eine fruchtbare Alternative zum analytischen Reflektieren der konzeptuellen Kunst erwiesen, von der García Sevilla herkommt: In den siebziger Jahren gehörte er zu den namhaften Künstlern der Konzeptkunst in Barcelona, hat sich dann aber völlig davon abgewandt.

Innerhalb der letzten Jahre sind seine Arbeiten konzentrierter geworden. Die lineare Behandlung der Sujets im Stile der Graffiti ist zurückgegangen, geblieben ist die Doppelkodierung seiner Motive, die bewußt ins Triviale gehen. Dämonische Figuren, verwucherte Gegenstände und Gestalten, die Uhr, das kreuz, betont naiv gesetzte Zeichen, allerlei kriegerisches Werkzeug im Groß- und Kleinformat – das alles macht die Bildwelten seiner jüngeren Arbeiten aus. Gelegentlich fügen sie sich in eine einheitliche Bewegung ein, versinnbildlichen quasi den Fluß der Gedanken, die Welten des Traums und des Alptraums.

Seit Jahren ist García Sevilla dieser Art von Malerei treu geblieben. Seine Bilder sind einfacher, deshalb entschiedener und engagierter, vielleicht aber auch plakativer geworden.

Im Gespräch

Kevin Power: Es gibt eine Reihe von Bildern – Figuren, Symbolen, wie die Schlange, die Ratte, das Gesicht, die Häuser, die Sonne, der Tintenfisch oder der Hund und die geometrischen Formen, die in Ihren Arbeiten wiederkehren. Sind es symbolische Motive? Sind es Elemente Ihrer persönlichen Methodologie? Aus welchen Quellen stammen…

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