Titel: Spanien im Aufbruch , 1988

José Hernández

Die Gemälde und Graphiken von José Hernández finden eine Synthese von Surrealismus und Realismus. Der Künstler hat sich von allen Strömungen der letzten Jahre bewußt ferngehalten, doch in einem Punkt hat der Zeitgeist Einfluß genommen: Der Zynismus, der bittere Ton ist aus seinen Arbeiten gewichen, die Motive sind reduzierter und klarer.

Im Gespräch

Uta M. Reindl: Sie gelten als ein Außenseiter der aktuellen Kunstszene, Ihre Arbeit wird mit dem Etikett „en solitario“ belegt. Können Sie dazu etwas sagen?

José Hernández: Bei diesem Gespräch sollten Sie sich vor Augen halten, daß ich total unorganisiert bin, oft in Klammern spreche und dabei die größten Inkohärenzen und Widersprüche von mir gebe. Wenn Sie etwas nicht verstehen, dann mache ich Ihnen eine Zeichnung: als letzten Ausweg, wenn Sie die Worte nicht verstehen. Und nun zur Frage, weshalb ich diese Haltung habe, die ich jetzt einmal übertrieben als Rebellion bezeichne. Das ist mein Charakter. Du sagst mir „weiß“, ich werde „schwarz“ sagen. Wenn wir in die Kulturgeschichte blicken, sind in jeder Zeit Maler und Lyriker zu entdecken, die keine Vorbilder hatten. Tradition ist ohnehin eine Erfindung. Schon deshalb wird man bei den verschiedenen Moden mißtrauisch. Das Kulturphänomen, mit dem ich sehr viel gemein habe, von dem ich mich betrinken konnte, ist der Surrealismus. Hier finde ich Gemeinsamkeiten, wenngleich es mir immer schwer fiel, das Manifest zu akzeptieren.

Und genau so zu sein, wie man ist, macht intolerant. Ich spreche nicht von der Starrheit, sondern von der Gesamtheit aller Dinge, die einen ausmachen und die man nicht brechen kann….

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von Uta M. Reindl

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