Ausstellungen: München , 1987

Hanne Weskott

Edvard Munch

Villa Stuck, München
28.04. – 5.7.1987
Salzburg
Landessammlung
Rupertinum 15.7. – 4.10.1987

»Im Sonderbund ist auf die Dauer mein stärkster Eindruck Munch … Ich finde ihn nach 40maligem Ansehen immer noch fabelhaft«, schreibt August Macke im Juli 1912 an seinen Freund Franz Marc und drückt damit viel von der Bewunderung aus, die die deutsche Künstlerschaft in der Aufbruchstimmung am Anfang dieses Jahrhunderts für Munch empfunden hat. Die erste Einladung durch den Verein Berliner Künstler ging bereits 1892 an Munch. Dieser war damals 29 Jahre alt und hatte den Ruf, ein radikaler Künstler zu sein, der seinen Weg kompromißlos verfolgt. Der Wertschätzung von seiten seiner aufgeschlossenen Kollegen entsprach die vollkommene Ablehnung durch konservative Kreise. Seine erste Ausstellung in Berlin mußte folglich auf Betreiben von Mitgliedern des selben Vereins, der ihn eingeladen hatte, wieder geschlossen werden. Munch wurde Berliner Tagesgespräch und 1902 von der Secession erneut gerufen. Diesmal sollte er seinen gesamten ‚Lebensfries‘, was eine Art Sammelbegriff für seine Angst-, Todes -und Liebesmotive ist, ausstellen.

Der große Erfolg veranlaßte ihn, gleich ganz in Berlin zu bleiben. In den folgenden 6 Jahren bis zu seinem Zusammenbruch entstehen wichtige Arbeiten, aber er experimentiert auch viel. Das hier abgebildete Werk »Der Tod des Marat« (Die Mörderin oder Der Mord) ist ein besonders ausdrucksvolles Beispiel dafür, wie er versucht hat, »die Fläche und die Linie aufzubrechen … mit oft breiten, meterlangen Pinselstrichen«, wie er selbst sagt. Die für diese Zeit undenkbar flüchtige Malweise steht in großer Spannung zum starren Bildaufbau. Für Munch war das ein Bild, das ihn…

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