Gespräche mit Kunstvermittlern: Biennale Venedig · von Vitus H. Weh · S. 433
Gespräche mit Kunstvermittlern: Biennale Venedig , 1999

»Ein Museum ist kein Hotel«

VITUS H. WEH SPRACH MIT DEM ÖSTERREICHISCHEN BIENNALEKOMMISSÄR PETER WEIBEL

Während die meisten Länder auf der 48. „Biennale di Venezia“ in ihren Pavillons wie immer einzelne Künstler und Künstlerinnen zeigen werden, setzt der österreichische Kommissär Peter Weibel wieder auf einen thematischen Ansatz. Es ist die vierte Biennale, die Weibel für Österreich kuratiert. Nachdem er 1993 Gerwald Rockenschaub, Andrea Fraser und Christian Philipp Müller als internationale „Stellvertreter“ ins Rennen schickte, 1995 Coop Himmelb(l)au, Peter Kogler, Ruth Schnell, Peter Sandbichler, Constanze Ruhm und Richard Kriesche zu einem „Medienpavillon“ zusammenfaßte und 1997 die „Wiener Gruppe“ der 50er Jahre (H.C. Artmann, Friedrich Achleitner, Konrad Bayer, Oswald Wiener, Gerhard Rühm) mit einem Buch feierte, das sich den Besuchern schon durch sein schieres Gewicht einprägte, bewegt ihn diesmal das Thema „Offenes Handlungsfeld“.

Sechs Positionen sollen sich unter diesem Titel zu kollektivem Arbeiten zusammenfinden: Ecke Bonk, Peter Friedl, die Geschwister Christine und Irene Hohenbüchler, die Kölner Mediengruppe „Knowbotic Research“ (Christian Hübler, Yvonne Wilhelm, Alexander Tuchacek) sowie WochenKlausur, die bis zu siebenköpfige sozialinterventionistische Truppe um Wolfgang Zinggl. Das Budget wurde vorerst bei 6 Mio. Schilling fixiert.

Vitus H. Weh: Herr Weibel, die langersehnten Künstlernamen haben Sie genannt. Auf deren „Werke“ sind wir aber trotzdem noch gespannt. Wie man hört, will zum Beispiel die WochenKlausur in Venedig das Demokratieverständnis aller teilnehmenden Länder überprüfen und Ecke Bonk Ihre Vorgabe vom „Offenen Handlungsfeld“ mit einem amerikanischen Tarnkappenbomber kommentieren. Was hat es mit dem Thema wirklich auf sich?

Peter Weibel: Bereits seit den sechziger Jahren durchläuft die künstlerische Moderne eine kritische Transformation….

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