Ausstellungen: Hamburg , 2000

Jens Rönnau

Ein/räumen –
Arbeiten im Museum

Hamburger Kunsthalle, 20.10.2000 – 21.1.2001

Längst schon sind Ausstellungshäuser auch zu Ateliers der Künstler mutiert, zu Orten, an denen spezielle Werkkomplexe und Installationen entwickelt und umgesetzt werden. Damit ist die traditionelle Rolle des Museums als Stätte des Sammelns, Bewahrens, Erforschens und Vermittelns um die Komponente des aktuellen künstlerischen Eingriffs erweitert.

Galt es noch im 19. Jahrhundert als höchstes Ziel eines Künstlers, mit seinen Arbeiten in einem Museum präsent zu sein, so wurde man da im 20. Jahrhundert misstrauischer. Ja, die Futuristen forderten gar die Museen als „Friedhöfe“, als „absurde Schlachthöfe der Maler und Bildhauer“ zu zerstören.

Doch spätestens seit der Erhebung von Alltagsgegenständen zu Kunstwerken durch Duchamp wurden die Grenzen fließender. Die Künstler schufen sich einerseits ihre eigenen Ausstellungsforen (von Courbet über El Lissitzky, Moholy-Nagy, den Surrealisten bis hin zu Richter, Broodthaers oder Oldenburg), andererseits wurden sie auch von den Museen eingeladen, sich direkt in die Ausstellungshäuser einzubringen, etwa mit Farb- und Raumgestaltungen. Das Museum ist längst kein zu Lebzeiten unerreichbarer Tempel mehr und es gehört heute eher zum guten Ton, dass Museumschefs Künstler als Auftragnehmer in ihre Häuser einladen oder ihnen ihre Räumlichkeiten zur experimentellen freien Verfügung stellen. Den Anfang machte 1962 das Amsterdamer Stedelijk Museum mit dem „Dylaby“-Projekt, es folgte 1966 das Moderna Museet in Stockholm mit Niki de St.Phalle’s Kathedralen-Installation.

In der Hamburger Kunsthalle hatte ähnliches seit 1991 konsequent eingesetzt mit Einladungen an Christian Boltanski, Reiner Ruthenbeck oder Ilya Kabakow etwa, die den Rotundensaal in Gesamtinstallationen auf Zeit verwandelten. Es folgten mit dem Neubau der…

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