Ausstellungen: Basel · von Gauthier Huber · S. 373
Ausstellungen: Basel , 2002

GAUTHIER HUBER

Eros der Kunstlehre

Projektraum M54, Basel, 28.10. – 18.11.2001

Welche Art von Pakt verbindet einen Kunststudenten und seinen Professor mit der Institution und den Wissensmodellen? Der Schriftsteller Raymond Carver erzählt, wie er einen Kurs über dichterischen Ausdruck in einer amerikanischen Schule für Erwachsenenbildung besucht hatte (nur Amerika besitzt diese Art von Unterricht) und dass er von der Art und Weise, wie sein Lehrer zu Beginn und am Ende des Unterrichts seine Jacke aus- und anzog, wesentlich mehr gelernt habe als von allen anderen Dingen, die dieser während des Unterrichts seinen Studenten zu vermitteln versuchte. Es kommt nicht selten vor, dass gute Freundschaften zwischen Lehrern und Studierenden geknüpft werden. Doch kann deswegen die Schule und deren ganzes Vorschriftensortiment hinter dieser Beziehung zurücktreten?

Der Titel „Eros der Kunstlehre“ des in Basel von Paolo Bianchi und Stefan Grossert organisierten Ausstellungsseminars (nach dem Motto: „Dies ist keine Ausstellung!“) betont sehr wohl das Spiel des Verlangens, das im speziellen Rahmen der Kunstlehre auftritt. Verlangen kann, wie wir wissen, nur dort zum Vorschein kommen, wo es auch Zwänge, Hindernisse oder allgemein Distanz gibt. Wenn auch heutzutage die meisten Universitäten zu „Lernmaschinen“ geworden sind und häufig aufgrund der Masse der Studierenden eine mögliche Intimität zwischen diesen und den Lehrbeauftragten verhindern, so sind in den Kunsthochschulen die Lernstrukturen und die auf dem Spiel stehenden Parameter doch ein wenig anders gelagert.

Der Basler Performance-Künstler Heinrich Lüber befragte diese Parameter, indem er, sich quasi in die Rolle des Schülers versetzend, zwei Performancekünstler besuchte und interviewte, die auch als Kunstlehrer arbeiten. Boris Nieslony, Kölner…

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