Ausstellungen: Wien · von Ursula Maria Probst · S. 327
Ausstellungen: Wien , 2004

URSULA MARIA PROBST

Eva Hesse

„Transformationen – Die Zeit in Deutschland 1964/65“

Kunsthalle Wien, 5.3. – 23.5.2004

Durch internationale Ausstellungen im San Francisco Art Museum (2002), im Museum Wiesbaden (2002) und in der Tate London (2003) erfährt das skulpturale Werk von Eva Hesse in den letzen Jahren ein starkes Revival. Trotz ihres frühen Krebstodes 1970 hinterließ die damals 34-jährige Künstlerin ein umfangreiches Werk. Die Eva Hesse Ausstellung in der Kunsthalle Wien konzentriert sich auf die 1964/65 während ihres Deutschlandaufenthaltes entstandenen Zeichnungen und Materialbilder, die laut den begleitenden Aufzeichnungen stark von ihrem Abnabelungsprozess von der New Yorker Kunstszene geprägt sind. In der Kunsthalle werden 60 Zeichnungen, Collagen, Gouachen, Reliefs und Skulpturen präsentiert. In Eva Hesses Arbeitsmethode stellte sich während ihres Deutschlandaufenthaltes eine Wende ein, indem sie durch erneute Reflexionen über Raum- und Zeitkoordinaten sich von der zweidimensionalen Zeichnung und Malerei zum Materialbild und zur Skulptur mit starken organischen Ausprägungen bewegte und so Charakteristiken des Postminimalismus vorwegnahm.

Gemeinsam mit ihrem Ehemann, dem Bildhauer Tom Doyle hielt sich Eva Hesse 1964/65 auf Einladung des Textilfabrikanten Friedrich Arnhard Scheidt auf dessen aufgelassener Werkanlage in Kettwig an der Ruhr auf. Doch selbst dieser Aufenthalt war trotz der kreativen Abgeschiedenheit durch eine Reiselust geprägt, die das Paar quer durch Europa trieb. Eine Schlüsselposition für die zahlreichen Begegnungen mit der europäischen Kunstszene nahmen der damalige Leiter der Basler Kunsthalle Arnold Rüdlinger und Harald Szeemann ein. Eva Hesse traf auf Künstler des Abstrakten Expressionismus und der Hard-Edge Malerei, auf Phänomene des Zero und Fluxus und kam in Kontakt mit Jean Tinguely, der zu…

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