Ausstellungen: Düsseldorf · von Magdalena Kröner · S. 285
Ausstellungen: Düsseldorf , 2004

MAGDALENA KRÖNER

Florian Beckers

Stadtmuseum Düsseldorf, 14.12.2003 – 15.2.2004

Das Augenfälligste in Florian Beckers Fotografie ist die Präsenz von Schwarz: als dramatisch gesetzter Schatten, als undurchdringliche Farbfläche, als isoliertes Segment, als Bildgrund. Schwarz ist der Grund-Ton – mal schmeichelnd-verführerisch, mal subtil bedrohlich.

Diese von den Stillleben des Barock inspirierten Inszenierungen – in der überdeutlichen Präsenz des einzelnen Bildgegenstandes – trauen dem Angedeuteten, spielen mit der Suggestion. Beckers psychologisch verdichtete Studien sind zudem in ihrem vom film noir motivierten Suspense vielleicht am ehesten den aktuellen Arbeiten des amerikanischen Fotokünstlers Gregory Crewdson vergleichbar, ohne jedoch dessen durch einen professionellen Filmbeleuchter in Szene gesetzte Hollywood-Effekte zu irgendeinem Zeitpunkt nachahmen zu wollen. Was beide Fotografen verbindet, ist denn auch weniger die Wahl des Lichtes als das Setzen von Dunkelheit – das Erfinden und Verunklären eines Bildraumes, der die Eigenarten der archetypisch gesetzten Figuren, aber auch Gegenstände, umschreibt.

Beckers reduziert in seinen Stillleben eher, als dass er hinzufügt und verweist in diesem Weglassen stets auf das, was unsichtbar bleibt – was außerhalb des Bildausschnittes liegt, aber notwendigerweise ebenso außerhalb des Sekundenbruchteils liegen muss, in dem der Auslöser betätigt wird. So spielen neben dem Moment des Auslösens immer auch dessen Davor und Danach eine Rolle.

Der 1971 geborene Fotograf scheint seinen Weg in die Kunst zu finden, wie die umfassende, gelungen in szenische Kabinette gefasste, erste Einzelausstellung im Düsseldorfer Stadtmuseum zeigt. Doch geht Beckers nicht den gegenwärtig so populären Weg des Dokumentarischen, der durch sein Studium an der ehemaligen Folkwangschule in Essen hätte vorgezeichnet sein können, vielmehr setzt er auf verstörend verklausulierte,…

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von Magdalena Kröner

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