Gespräche mit Sammlern , 2004

„FÜR MICH GEHÖRT KULTUR ZU MEINER LEBENSQUALITÄT“

HELGA MEISTER IM GESPRÄCH MIT DEM SAMMLER PFARRER WOLFGANG HANCK

Wolfgang Hanck (65) ist katholischer Pfarrer in Neuss. Dort macht er seine Gemeinde mit Kunst der Gegenwart bekannt, in der von Georg Ettl zum Gesamtkunstwerk umgebauten Kirche Heilig Geist und in Christ König, wo er jeweils für ein halbes Jahr große Leihgaben von Künstlern aufhängt. Seit 1988 kauft er systematisch und hat es seitdem auf über 1500 Papierarbeiten und über 50 Gemälde und Skulpturen gebracht. Testamentarisch vermachte er seine Sammlung, die er stets erweitert, dem Düsseldorfer Museumsverein. Zum dritten Mal zeigt er seine neuen Stücke im museum kunst palast. Die Ausstellung, vom 20.3. bis 16.5., gibt nur einen minimalen Ausschnitt seiner letzten Käufe. Das ist umso bedauerlicher, als er seit Herbst 2003 auch Gemälde und Skulpturen in großem Umfang anschafft, nachdem er die finanziellen Möglichkeiten dazu hat. Es handelt sich um essentielle Arbeiten, archetypische Bilder von Leben und Tod, aber auch fundamentale, malerische Forschungen über Licht und Farbe.

Helga Meister: Wie wird man zu einem Pfarrer, der Hunderte von erstklassigen Papierarbeiten und zig Gemälde und Skulpturen sammelt? Wie ist Ihr Werdegang?

Wolfgang Hanck: Ich bin 1939 in Düsseldorf geboren und war im Krieg mit meiner Familie im Westerwald evakuiert. Mein Großvater hatte einen Betrieb für Malerei und Anstrich in Düsseldorf, mein Vater kam nicht aus dem Krieg zurück. Ich wurde ins Internat geschickt, weil meine Mutter arbeiten musste. Es war zu gefährlich für ein Kind, allein in den Trümmern zu spielen. Ich habe u.a. das Marianum…

Kostenfrei anmelden und weiterlesen:

  • 3 Artikel aus dem Archiv und regelmäßig viele weitere Artikel kostenfrei lesen
  • Den KUNSTFORUM-Newsletter erhalten: Artikelempfehlungen, wöchentlichen Kunstnachrichten, besonderen Angeboten uvm, jederzeit abbestellbar
  • Exklusive Merklisten-Funktion nutzen
  • dauerhaft kostenfrei

L_Test-Zugang


von Helga Meister

Weitere Artikel dieses Autors