Titel: 49. Biennale von Venedig · von Susanne Boecker · S. 242
Titel: 49. Biennale von Venedig , 2001

Deutschland

Gregor Schneider

Kommissar: Udo Kittelmann

Technischer- und Projektdirektor: Michael Staab

Siehe auch Interview

Statt der stolzen Präsentation „hehrer Größe“ nationalen Kunstschaffens macht sich in den nationalen Pavillons seit einiger Zeit ein Trend zum politischen Understatement bemerkbar. Bestes Beispiel ist der deutsche Pavillon, dessen Architektur mit zum Martialischsten gehört, was auf dem Gelände der Giardini zu finden ist. In diesem Jahr jedoch ist das pfeilerbestückte Entree verkümmert zu einem piefigen Hauseingang mit Briefkastenschlitzen an der Seite. Nicht gerade repräsentativ. Dafür aber des Goldenen Löwen-Preises würdig. Der Mönchengladbacher Gregor Schneider (Jg. 1969) hat auf Einladung von Kommissar Udo Kittelmann Teile seines berühmt-berüchtigten, seit rund fünfzehn Jahren beständig umgebauten Hauses U r in Rheydt nach Venedig transferiert und die verschachtelten Räumlichkeiten im Inneren des deutschen Pavillons zu einem ebenso doppelwandigen wie doppelbödigen Haus im Haus wieder aufgebaut. In seiner radikalen Geste, die jeden Besucher im wahrsten Sinne des Wortes in die Knie zwingt, ist Schneiders im Verborgenen entstandenes und nun einem „breiten“ Publikum (jeweils zwölf Personen) zugängliches „Totes Haus U r“ ein starkes Stück Kunst, dessen unmittelbar körperlich wirkender Suggestion man sich kaum entziehen kann. Hier werden ur-eigenste …

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von Susanne Boecker

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