Ausstellungen: Innsbruck , 1987

Helmut Draxler

Hartmut Skerbisch -Michael Schuster

Forum für aktuelle Kunst (Galerie Krinzinger)
Innsbruck, Juni/Juli 1987

MICHAEL SCHUSTER und HARTMUT SKERBISCH verbindet seit gut einem Jahrzehnt eine lockere und gelegentliche Arbeitsgemeinschaft. Postkarteneditionen, ein Vortrag beim Grazer Fotosymposion, die »Szene aus dem gleichnamigen Stück« (eine Fotoinszenierung) u.a. ließ zwei sehr unterschiedliche Temperamente und Charaktere zusammenfinden. Schuster ging es dabei immer stärker um die Thematisierung der eigenen künstlerischen Identität, während Skerbisch aus diesen ‚aktionistischen‘ Begegnungen eher Anregung für die eigene, ruhige und langsam sich entwickelnde skulpturale Arbeit zog. Im Innsbrucker Forum für aktuelle Kunst (Galerie Krinzinger) zeigten sich dementsprechend nun zwei ausgereifte, in dessen beiden Räumlichkeiten auch streng voneinander getrennte Werkgruppen, die, vielleicht nicht nur auf den ersten Blick, recht wenig miteinander zu tun haben.

In die Hofhalle mit ihrer mehrfach gebrochenen Oberlicht-Dachlandschaft stellte Skerbisch (geb. 1945) seine drei großformatigen Skulpturen, die hauptsächlich aus dünnem Zink-Blech gefertigt sind: »Substanz die hereinbricht« besteht aus drei schräg an- und ineinander verschobenen, mannshohen ‚Zacken‘, die mit ihren Spitzen am Boden aufruhen und an ihrer flachen Oberkante mittels Eisengestänge direkt in der Dachkonstruktion der Halle aufgehängt sind. »Eine Stadtmauer hinauf« sitzt gewissermaßen am Boden, W-förmig gebrochen, und die seitlichen Enden schwingen nach oben aus. Zwischen diesen ‚Zacken‘ hängt wie-

derum ein Eisenstab herab, ohne diesmal aber die Skulptur zu berühren, jedoch einen spannungsgeladenen Kontrapunkt erzeugend. Bei »Das Rad erfüllt« wurde den drei fixierten Rad-Segmenten der vierte Teil erst am Eröffnungsabend im Rahmen einer Kurzperformance eingefügt, mit gelben Seidentüchern befestigt, sodann als Ganzes hochgestellt und an einen Pfeiler gelehnt.

Die »Substanz« und die »Stadtmauer«…

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