Titel: 56. Biennale Venedig – All the World's Futures - Gespräche mit Künstlern · von Heinz-Norbert Jocks · S. 344
Titel: 56. Biennale Venedig – All the World's Futures - Gespräche mit Künstlern , 2015
Titel: 56. Biennale Venedig – All the World's Futures - Gespräche mit Künstlern

Herman de Vries

Ich wandere, also bin ich

Herman de Vries, 1931 im niederländischen Alkmaar geboren und seit 1970 in Eschenau im Steigerwald lebend, von Hause aus ausgebildeter Gärtner, war er in den 60er-Jahren Mitarbeiter des „Instituts für angewandte biologische Forschung in der Natur“ in Arnheim. Im Jahr 1959 hatte er gemeinsam mit Jan Schoonhoven, Armando, Henk Peeters, Kees van Bohemen und Jan Henderikse die Gruppe niederländischer Informeller gegründet, die 1960 zur Gruppe „nul“ wurde und Zero nahestand. Seit dem Welterfolg von ZERO ist auch er noch stärker im Fokus der Aufmerksamkeit gerückt.

Heinz-Norbert Jocks: Ihre Ausstellung „To be all ways to be” im holländischen Pavillon beinhaltet einen Verweis auf die „Unendlichkeit“. Was verstehen Sie darunter?

Herman de Vries: Wir sind ein Teil davon. In dem Wort steckt neben dem Unendlichen auch das Endliche. Beides gehört eng zusammen und ist beinah dasselbe, insofern sich in der Unendlichkeit die Endlichkeit realisiert.

Woher rührt Ihre starke Nähe und Beziehung als Künstler zur Natur?

Aus der Kindheit. Auf dem Land aufgewachsen, fühlte ich mich mit ihr seit jeher eng verbunden. Sobald ich mich in die Zeit zurückversetze, kommen mir Erinnerungen in holländischer Sprache, weil es die Zeit betrifft, wo ich nur holländisch sprach. Ich erinnere den Geruch von feuchtem Moos. Daran kann ich erkennen, wo ich mich gerade befinde, er hilft mir bei der Orientierung. Natur ist eine primäre Wirklichkeit, worauf alles beruht, während die Kultur etwas Sekundäres ist. In der Ausstellung ist eine Sammlung von 110 Sicheln zu sehen. Die meisten habe ich auf Reisen, einige…

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