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Ausstellungen: Kiel · von Jens Rönnau · S. 324 - 326
Ausstellungen: Kiel , 2007

Jens Rönnau
Home Stories – Zwischen Dokumentation und Fiktion

Stadtgalerie Kiel, 27.1. – 18.3. 2007
Städtische Galerie Bietigheim-Bissingen, 28.10.2006 – 14.1.2007
Städtische Galerie Wolfsburg, 12.5. – 2.9.2007

Materialsammlungen, Betten in fahrbaren Rollcontainern, Garageninterieurs oder geflutete Wohnzimmer – die Ausstellung beleuchtet die unterschiedlichsten Aspekte zum Thema „Wohnen“ im Spannungsfeld zwischen Dokumentation und Fiktion. Sie wurde mit 16 Künstlerinnen und Künstlern konzipiert für die städtischen Galerien von Bietigheim-Bissingen, Kiel und Wolfsburg. Im Folgenden ist der Rundgang durch die Stadtgalerie Kiel besprochen.

Daheim ist’s doch am schönsten – vor allem, weil es ein eigener, privater Bereich ist, der dritten nur durch ausdrückliche Genehmigung offen steht. So genannte „Home Stories“, die in Zeitschriften Einblicke in die Wohnwelten von Prominenten gestatten, mögen nahezu selbstverständlich erscheinen. Dass allerdings die Privatsphären ganz normaler Bürger öffentlich gemacht werden, scheint eher eine Domäne der Gegenwartskunst zu sein, deren Diskurse ja schon mehrfach in Ausstellungen erlebbar waren.

Da ist zunächst das klassisch gemalte Interieur, der Blick in einen Wohnraum, wie ihn der in Leipzig bei Sighart Gille ausgebildete Maler Jörg Lozek in eine Reihe lebensgroßer Innenansichten thematisiert. Es sind farblich leicht überzeichnete Zimmer, in welchem jeweils ein lesender junger Mann Platz genommen hat. Die Räume wirken ungemütlich, die Bewohner anderweitig beschäftigt, als sei ihnen eine Bindung an ihre Umgebung eher nebensächlich, weil es sich in der angedeuteten Dachschrägenenge oder umgeben von überkommenen Mustertapeten eh’ nicht leben lässt, weil es Jugendräume sind, die über kurz oder lang von ihnen aufgegeben werden. Es wird deutlich, dass es sich nicht um Räume handelt, in welchen sich die Dargestellten…


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