Gespräche mit Kunstvermittlern · von Helga Meister · S. 392
Gespräche mit Kunstvermittlern , 2002

„… ich wollte an diesem Ort etwas Schönes machen“

HELGA MEISTER SPRACH MIT GUIDO DE WERD, DER 25 JAHRE LANG MUSEUMSLEITER IN KLEVE IST

Zwei Museen in einer Stadt, die nur 49.000 Einwohner hat und fernab der Metropolen liegt, das ist ein Ding der Unmöglichkeit. Guido de Werd macht es möglich. Er ist 30 Jahre in Kleve tätig, davon 25 Jahre als Museumsleiter. Ihm zur Seite steht seit 15 Jahren ein Freundeskreis, in dem „tout Kleve Mitglied ist. Wie ihm das gelingt, wie er die Tiefschläge beim Abzug der Sammlung Ackermans verkraftet, wie er sammelt, ausstellt und für die Zukunft plant, soll dieses Interview zeigen. Ihm ist die Sammlung Ewald Mataré zu verdanken, er holt die Sammlung Wörner ins Haus. Und er wird das Atelier von Beuys im Museum Kurhaus Kleve eröffnen. Zu seiner Person: Guido de Werd wurde 1948 in Oss geboren, einer kleinen Industriestadt in Brabant. Er studierte an der Katholischen Universität Nimwegen Kunstgeschichte bei Fritz van der Meer, einem Kunsthistoriker, der vor allem an Literatur interessiert war. Er forschte über mittelalterliche, niederrheinische Skulptur, kam 1972 als Assistent nach Kleve – und blieb. Vor fünf Jahren eröffnete er das Museum Kurhaus Kleve. Das Museum Haus Koekkoek ist seitdem eine Stiftung.

Helga Meister: Vom Mittelalter bis zur Avantgarde, von den „Heiligen aus Holz“ bis zu den Steinen von Richard Long, von der Landschaftskunst zur Fotografie pflegen Sie große Brücken zu schlagen, und das ausgerechnet am Niederrhein. Wie kommt das?

Guido de Werd: Die mittelalterliche niederrheinische Skulptur habe ich nach meinem Studium Jahrzehnte nicht…

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