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Ausstellungen: Düsseldorf · von Helga Meister · S. 356 - 356
Ausstellungen: Düsseldorf , 1999

Helga Meister
Ingolf Timpner

»Nocturnes«
Galerie Bugdahn und Kaimer, Düsseldorf, 23.2. – 10.4.1999

Ingolf Timpner liebt die Todesthematik vergangener Zeiten. Er fühlt sich wie magisch angezogen von der Vanitas-Symbolik niederländischer Stilleben. In seinen Schwarzweiß-Fotos wird die Malerei des 16. und 17. Jahrhunderts zitiert. Seine Aufnahmen sind meditativ, auf das eine Symbol von Zeit und Ewigkeit gerichtet. Das macht sie bewußt unaktuell.

Der 1963 in Mönchengladbach geborene Düsseldorfer hat die französische Sprache in Paris studiert und seine Bildung vorrangig in Museen wie dem Louvre erhalten, in den er noch heute pilgert. Als Künstler ist er Autodidakt, die Kunstakademie Düsseldorf kennt er durch kunstgeschichtliche und philosophische Vorlesungen als Gast- und Zweithörer. Neben der klassischen Bildung kommt ihm aber auch eine Ausbildung als Krankenpfleger zugute. Er kennt viele anatomisch-pathologische Sammlungen. All diese Anregungen fließen in seinen „Nocturnes“ zusammen, wie er seine Ausstellung in der Düsseldorfer Galerie Bugdahn und Kaimer nennt.

Er arbeitet nicht mit Montagen, sondern mit Spiegelungen. Glas, Wasser und andere Flüssigkeiten faszinieren ihn, auf Schritt und Tritt setzt er ihre Lichtbrechungen ein. Sein Memento Mori-Denken findet aber auch Genüge an den vielen medizinischen Gefäßen, den Sterilisationstöpfen für Verbandsmaterial, Formalinbehältern und Verdampfern für Inhalationsmittel. Diese Utensilien werden vor allem dann ausgewählt, wenn sie entweder durch ihre Handwerklichkeit Assoziationen zu menschlichen Gesichtern geben oder durch ihren gläsernen oder metallenen Glanz für Reflexionen sorgen.

Behutsam wird alles arrangiert, der Fötus im Glas etwa im Verbund mit einer angefressenen Nuß, die in diesem Milieu an einen Totenkopf denken läßt; oder Florales, das dem Wasser und damit auch der Zeit ausgesetzt…



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