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Ausstellungen: Düsseldorf · von Helga Meister · S. 354 - 355
Ausstellungen: Düsseldorf , 1999

Helga Meister
Ulli Maier „Wow!“

Galerie Bochynek, Düsseldorf, 20.3. – 30.4.1999

Ulli Maier läuft mit seiner ersten Einzelausstellung in die Zielgerade ein, nach einer langjährigen Odyssee. 1951 in Remscheid geboren, studierte er vier Semester bei Joseph Beuys und Gerhard Hoehme, verabschiedete sich dann von der Düsseldorfer Akademie, um 1974 für zwei Jahre an der Technischen Hochschule in Delft das Architektur-Studium bis zum Vordiplom zu bringen. In seinem Lebenslauf tauchen später ausgedehnte Reisen durch Nord-, Mittel- und Südamerika auf, deren ethnologische Museen ihn faszinierten und deren Absurditäten er zusammentrug. Schließlich ist er zwischen 1980 und 1984 Mitbegründer und Frontman der lateinamerikanisch beeinflußten Band „Lost Gringos“. Zwischendurch macht er Standfotos für einen kolumbianischen Italo-Western und „special effects and props“ in Gestalt von Bauten, Effekten und Trickfiguren in Rainer Kirbergs legendärem Film „Die letzte Rache“. Dann wieder entstehen Maxi-Singles und LPs beim avantgardistischen Platten-Label „Ata Tak“. Im Auf und Ab des Lebens gründet er 1985 die Band „13“ mit der Underground-Filmer Muscha und dem Poeten & Trucker Jörg Kemp. Immer wieder von Reisen unterbrochen, leitet er von 1986 bis 1989 die „Planet-Galerie“ in Düsseldorf. 1991 endlich lassen die Unruhe, der Lebenshunger, das Aufsaugen und Einverleiben fremder Kulturen nach, und er wird seßhafter. Seit 1993 entstehen Wandschirme, Vitrinen, Blattgold-Arbeiten sowie Inszenarien all seiner Erinnerungen. Ein glitzerndes, flirrendes, verwirrendes Panoptikum.

Die Ausstellung bei Bochynek bezeugt seinen Hang zum Primitivismus aller Kulturen, zur Collage, zum Zitat, mit deutlichem Akzent auf allem Grotesken, Unglaublichen, Überzeichneten und Verkitschten. Seine Kunst ist aber auch dem Morbiden, Fetischhaften, Religiösen, Illusionistischen, Altmeisterlichen, dem klassischen…


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