Magazin: Museen & Institutionen , 1987

Gislind Nabakowski

„Its all business!“ –

und andere güldene Worte

Schwer genug, sich an jenen »Gala-Abend« vom Juni ’86 in der Frankfurter »Alten Oper« zurückzuerinnern! Es ist lange her. Hier noch ein letztes Mal. Der Verein »Die Dinner Party in Deutschland« erregte Aufsehen und öffentliches Ärgernis, weil es im Umfeld des Buhlens und Feierns um ein Kunstwerk, das schon in den 70er Jahren unter californischer Sonne gestickt worden war, zu peinlichen Entgleisungen gekommen war. Über die damit verbundenen Ereignisse berichtete damals ausgiebig der größte Teil der Presse. Beschrieben wurde, wie summend, händchenhaltend, in wallenden Gewändern die Mysterien eines »Urmuttertums« mit fatalen Riten begangen wurden. Juchzend und all die Ausfälle schlicht ignorierend hatte die damalige Veranstalterin, eine Folkloretanzlehrerin aus der Mainmetropole sich noch in Rundschreiben geäußert: »Es war begeisternd, sich vorzustellen, die gesamte Geschichte kommt aus dem Mutterschoß!« Es ging dabei auch immer um den dreieckigen, monumentalen Tisch »Dinner Party« der amerikanischen Bildhauerin Judy Chicago. Zu Zeiten, als das kollektive Werk entstand, lebte sie noch im damals alternativen Californien, längst aber ist sie uns schon ins Nobel-Mekka Santa Fe (New Mexico) entschwunden. Es hatte auch noch nach der Juni-Gala ’86 um jenen Tisch und jene Gala Wirbel gegeben. Die Rede war da davon, daß sich hinter den Kulissen Interessen-Gruppen stark machten, besagten »Tisch« genau während des Kirchentages in die Stadt Frankfurt zu holen. Eher zögernd und wohl auch im Sog dieser Ereignisse stehend, kam das Ereignis dann doch in der Frankfurter »Kulturschirn« zustande. Vorher und zwischendurch war noch zu hören, das Ereignis käme wegen…

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