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Titel: Bern · S. 282 - 284
Titel: Bern , 1990

Paolo Bianchi
James Welling

Photography 1977-1990
Kunsthalle, Bern, 11.5. – 24.6.1990

Die Kunsthalle Bern bietet erstmals einen Überblick (1977-1990) über das Schaffen des jüngeren amerikanischen Künstlers James Welling (geboren 1951 in Hartford; lebt in New York). Wellings Arbeiten sind bisher weder in Europa noch in den USA in Form einer grösseren Einzelausstellung gezeigt worden. Andererseits waren sie in vielen der wichtigeren Gruppenausstellungen vertreten, z.B. „A Forest of Signs“ (1989 Los Angeles), „BiNational“, (1988 Boston und 1988/89 Düsseldorf), „Schlaf der Vernunft“ (1988 Kassel), „Implosion“ (1987 Stockholm). Wellings Werk wird von Künstlern seit langem sehr respektiert, auch von Kritikern ist es schon stark beachtet worden. Der wenig spektakuläre, ja komplexe und dadurch fast unzugängliche Charakter der Fotos hat jedoch bisher kein breites Publikum anziehen können.

Im Berner Ausstellungskatalog räsoniert der New Yorker Kritiker Walter Benn Michaels u.a. über die Positionierung von Wellings Werk im Bereich der postmodernen Fotografie. Er schreibt: „Einerseits gilt die Fotografie als grundlegende Gattung der Postmoderne, weil deren zentrale Anliegen in ihren Mechanismus ‚eingebaut‘ sind. Andererseits heisst es von der Postmoderne, sie bestehe aus der grundsätzlichen Indifferenz der Kunst gegenüber ‚den eigentlichen Merkmalen des Mediums‘ (Douglas Crimp), in welchem sie produziert wird. So wird ‚institutionalisierte Kunstfotografie‘ negativ verglichen mit ‚postmodernen Kunstpraktiken, welche sich der Fotografie bedienen‘ (Solomon-Godeau). Wenn Kunst, die sich der Fotografie bedient, einer Kunst vorgezogen wird, die Fotografie ist, geht es demnach um die Vorstellung von einer Kunst, auf welche die Kamera einen Einfluss hat. Selbst wenn also die entscheidenden Anliegen der Postmoderne in die Fotografie ‚eingebaut‘ sind, kommt die…



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