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Ausstellungen: München · von Michael Hauffen · S. 389 - 390
Ausstellungen: München , 1999

Michael Hauffen
Jerry Zeniuk

»Münchner Bilder 1992 – 1999«
Städtische Galerie im Lenbachhaus München,

27.1. – 11.4.1999

Wenn in der Kunst mehr Sinnlichkeit gefordert wird, dann sind die Stellungnahmen regelmäßig von verschiedenen Ressentiments durchsetzt. Die damit einhergehende Unklarheit, worüber man eigentlich debattiert, wird zudem gerne von jenen Gruppierungen oder Positionen ausgenützt, die auf die Vorteile eines verunsicherten Publikums als verführbarer Klientel bedacht sind.

Trotzdem liegt in der Forderung nach einer Kunst, die dem Bedürfnis nach Anschaulichkeit und Nachvollziehbarkeit entgegenkommt, ein er und wichtiger Kern. Aber es resultieren daraus noch keine Kriterien dafür, wie Kunst auf der Ebene der Wahrnehmung operieren muß, wenn sie mehr als „Wattebäusche für die Augen“ (Enzensberger) sein will.

Anhand der Malerei von Jerry Zeniuk läßt sich zu dieser Frage einiges sagen. Sie bietet sich dazu umso mehr an, als sie auf dem Boden des Modernismus entstanden ist. Diesem ging es bekanntlich in den Worten seines Hauptvertreters, Clement Greenberg, darum, die Kunst beweisen zu lassen, daß die von ihr gestiftete Erfahrung einen ganz eigenen Wert besitzt, der durch keine andere Operation ersetzt werden kann. Heute ist diese Position bereits Geschichte, und auch einige ihrer Erben lassen ihre einstigen Versprechen inzwischen als unerfüllte zurück. Vielleicht ist es daher interessant die Spur eines Malers aufzunehmen, der zwar im New York des Modernismus seine Karriere begonnen, sich dann aber abseits vom Zeitgeist weiterentwickelt hat.

Zeniuk malte seine ersten Bilder in Anknüpfung an den in jener Zeit verbreiteten Trend der Monochromie. Der Idee eine Farbe als Malerei nur dann zu ihrer vollen Geltung bringen zu können, wenn…



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