Ausstellungen: Köln , 1987

Uta Maria Reindl

Jürgen Klauke

Zeichnungen, Fotoarbeiten, Performances
Museum Ludwig, Köln
1.9.-15.10.1987

»Manchmal bin ich zärtlich, dann kalt – und das Sterben der Bäume ist auch nicht so geheimnisvoll. Eine große Belastung, diese Geheimnisse.«1 In diesem Spannungsfeld von Härte und Weichheit, von Abgeklärtheit und Sentimentalität bewegt sich die Arbeit des Kölner Multi-Media-Künstlers. Die Breite seines Kunstschaffens präsentiert die in Karlsruhe gestartete Wanderausstellung2 im Museum Ludwig mit dem lyrischen Untertitel »Eine Ewigkeit ein Lächeln.«

Und lächelnd hält uns JÜRGEN KLAUKE den Zerrspiegel vor, verwirrt durch das Spiel mit sich selbst und dem anderen. Seine Photographie ist im zeitgenössischen Sinn eine dokumentarische, als sie – aus dem Bündnis mit Realität befreit – Symptome von Wirklichkeit aufzeigt. Zumeist als Hauptakteur setzt der Künstler die sketchartigen Situationen vor der Kamera in Szene. Situationen, stets von zeitbezogener Brisanz, die ewige Geheimnisse wie Sexualität, wie Mann- und Frausein oder auch die Langeweile vorführen. Das alltägliche Einerlei, die erstickende Normalität des Lebens werden ohne Pathos erfahrbar gemacht.3

Konkret und einfach sind die Konzeptionen der Großaufnahmen, in denen Jürgen Klauke die Inszenierung im Bildzentrum ansiedelt. Er nutzt dabei das Stilmittel des Seriellen, baut sehr symmetrische Bilderwelten, die allein im Format und in der Hängung variieren; einige Bildsequenzen im Museum Ludwig wurden gar über den Fußleisten angebracht. Die Reduktion der Bildsujets geht einher mit der Konzentration von Hell und Dunkel. Besonders die Schwarz-Weiß-Photographien lösen Assoziationen aus mit einer der vielen Kölnbeschreibungen des von Klauke geschätzten Autoren Rolf Dieter Brinkmann: »Du streifst durch Köln, tags und nachts, die alte schwarz-weiße Show, Dunkelheit, gelleckt mit Neonlichtern,…

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